10.12.2016

HausmitteilungBetr.: Freiburg, Facebook, SPIEGEL Wissen, Dein Spiegel

Seit die Polizei mitgeteilt hat, dass der mutmaßliche Mörder einer Studentin ein Flüchtling aus Afghanistan sei, teilen Flüchtlinge und junge Frauen in Freiburg eine Angst. Sie argwöhnen, dass ihnen Gewalt angetan wird. Manche Flüchtlinge fürchten wütende Deutsche. Manche junge Frauen fürchten Flüchtlinge. Freiburg, die linksalternative Vorzeigestadt, steht nach Köln im Zentrum einer weiteren hitzigen Diskussion, die sich um die Grenzen der deutschen Gastfreundschaft dreht und um mögliche Verschärfungen des Asylrechts. Wie sich das Leben in Freiburg verändert hat, recherchierte Jan Friedmann zusammen mit mehreren Kollegen. Friedmann traf Bekannte des mutmaßlichen Täters, sprach mit Flüchtlingshelfern, Politikern. Laura Backes versuchte, besser zu verstehen, wie ausländische Jugendliche deutsche Frauen sehen, und besuchte einen Aufklärungskurs für Flüchtlinge. Ebenfalls Teil des Schwerpunktthemas ist ein Gespräch über angeblich frauenfeindliche Migranten mit der Kulturwissenschaftlerin Mithu Sanyal sowie ein Text, der erklärt, warum die "Tagesschau" die Meldung über die Festnahme des mutmaßlichen Täters am Samstag nicht sendete. Seiten 58 bis 65


Fake News, falsche Nachrichten, spielen nicht nur in den USA eine Rolle in der politischen Auseinandersetzung, auch in Deutschland haben sie ihren Platz gefunden, das musste die Ausländerbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoğuz, erfahren. Im Internet fand sie die Nachricht, dass sie eine Integrationsteuer gefordert habe, und zwar im Fernsehen. Die Empörung war groß, die Meldung war falsch. Wie Fake News jetzt schon die Wirklichkeit verzerren, was in den kommenden Monaten bis zur Bundestagswahl passieren könnte und warum vor allem Facebook so unentschlossen gegen die Meldungen und ihre Macher vorgeht, recherchierte ein Team um Marcel Rosenbach. Eine Gesprächspartnerin war die Grünen-Politikerin Renate Künast, auch ein Fake-News-Opfer. Sie fordert "dringend einfache Werkzeuge", damit Mogelmeldungen schnell entlarvt werden können. Seite 44


Heimat ist ein problematischer Begriff in Deutschland, und die Wahlerfolge der neuen Rechten machen den Umgang mit ihm nicht einfacher. Aber eine Heimat zu besitzen, zu wissen, wohin man gehört, ist eines der Grundbedürfnisse des Menschen. Wie trennt man den privaten Wunsch nach Wärme, nach Wurzeln von dem Versuch, Heimat politisch zu instrumentalisieren? Antworten auf diese Frage geben die Autoren im aktuellen Spiegel Wissen "Heimat". Sie ließen, unter anderem, die Psychologin Beate Mitzscherlich und den Migrationsforscher Wolfgang Kaschuba über Heimat heute diskutieren, trafen einen Greenpeace-Globetrotter, der nach Jahrzehnten zurück in sein Heimatdorf zog, und erklären, warum Heimat manchmal auch ein Leberwurstbrot sein kann. Das Heft erscheint am Dienstag. Ebenfalls am Dienstag kommt die neue Ausgabe von Dein Spiegel heraus. Das Nachrichten-Magazin für Kinder beschreibt in seiner Titelgeschichte, was beim ersten Verliebtsein passiert und wie Kinder verwirrende Situationen überstehen.

DER SPIEGEL 50/2016
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