10.12.2016

So gesehenNeukanzler Schröder

In der K-Frage der SPD deutet sich eine Überraschung an.
Dass die SPD bei den letzten Bundestagswahlen ähnlich große Siegchancen hatte wie die Färöer Inseln bei der Fußball-WM, war vor allem das Verdienst von Gerhard Schröder und Oskar Lafontaine. Es ist nicht unüblich, dass Männer sich in die Haare kriegen. Doch nur selten zerbrechen daran ganze Volksparteien. Schröder und Lafontaine haben das prima hingekriegt.
Diese Woche nun hat Schröder die Hand zur Versöhnung gereicht. Er finde es gut, sich die Option Rot-Rot-Grün offenzuhalten, sagte er und warb indirekt für eine Koalition mit jener Linken, die Lafontaine einst aus Rache mitgegründet hatte. Schröder ist eindeutig im Versöhnungsmodus. Deshalb sollte er nun selbst als Kandidat der SPD antreten. Mit ihm hätte die SPD ihren Wahlkampfgott zurück. Der 72-Jährige hat seit der Trennung von Doris ohnehin einen Lauf. Gerade erst hat er sich im Namen der Bundesrepublik auf Kuba astrein von Fidel Castro verabschiedet. Kein Zweiter hätte zudem bessere Chancen, der AfD Wähler abzujagen, schließlich versteht er Russland noch einen Tick besser als diese selbst.
Seine eigentliche Mission aber wäre die Wiedervereinigung von SPD und Linken. Im dritten Kabinett Schröder würde Lafontaine selbstverständlich wieder Finanzminister, sie würden gemeinsam eine Friedens-Cohiba von Fidels Beerdigung rauchen, und die Scorpions dürften noch einmal "Wind of Change" spielen.
Von Markus Feldenkirchen

DER SPIEGEL 50/2016
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Neukanzler Schröder

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