10.12.2016

BriefeReine Gier

Nr. 49/2016 Die Tricksereien der Fußballmillionäre
"Ich glaube nicht, dass Ihre Enthüllungen auch nur einen Fan zum Nachdenken veranlassen. Das beste Beispiel dafür ist die Wiederwahl von Uli Hoeneß zum Präsidenten des FC Bayern."
Günther Kopsch, Montzen (Belgien)
Danke an Football Leaks. Danke an den Spiegel für diese fast unglaubliche Dokumentation. Mögen die vorhandenen Dokumente dazu führen, dass Ronaldo, Mourinho, Özil und Co. noch mal ins Visier der Steuerfahnder geraten. Fußballfans, unterstützt nicht mehr diese korrupten Machenschaften!
Erhard Reis, Bodolz (Bayern)
Ein Netzwerk investigativer Journalisten hat also Missstände im Spitzenfußball aufgedeckt. Warum wundert mich nicht, dass mich das nicht wundert? Geld zieht nun mal das Verbrechen an wie Licht die Motten. Und viel Licht zieht viele Motten an. Verwundert die Augen reiben kann sich nur, wer sie zu fest zugedrückt hatte. Ein bisschen wäre geholfen, wenn wir uns bei diesem Thema wenigstens von dem Begriff "Sport" verabschiedeten, denn dem Profifußball (und nicht nur ihm) fehlt das wichtigste Kriterium des Sports: Zweckfreiheit in materieller Hinsicht.
Renzo Dohm, Frankfurt am Main
Ein Schlag ins Gesicht aller ehrlichen Steuerzahler und gutgläubigen Fans.
Peter Wachter, Nürnberg
Während die ganze Welt mit ausgestrecktem Zeigefinger auf die offiziell ermittelten Dopingsportler zeigt, können Fußballer und Verkäufer der Übertragungsrechte so weitermachen. Wem schaden gedopte Sportler? In erster Linie der eigenen Gesundheit. Wem schaden korrupte Fußballprofis? Den Millionen Anhängern, die ihnen huldigen, sie als Idole auserwählen.
Dagmar Neubert, Berlin
Was die Herren Profifußballer so handeln lässt, ist die reine Gier, und damit sind sie ja im rasenden Neokapitalismus auf Linie!
Daphne Carla Ginzburg, Oldenburg (Nieders.)
Das Verlangen, die eigene Mannschaft und damit auch sich selbst als Sieger zu feiern, ist im harten Fankreis so elementar, dass die Fans über die offensichtlich schlimmen Fehlentwicklungen im Profifußball hinwegsehen. Von Vereinsfunktionären, Beratern, Moderatoren in den Medien und den Akteuren auf dem Rasen ist auch keine Kritik zu erwarten, denn sie alle leben gut in diesem lukrativen System. Auch Politiker trauen sich an dieses Thema nicht heran. Es geht letztlich um ein Millionenpublikum, dessen Reaktion auf politische Schelte nicht vorhersehbar ist.
Dr. Hubert Hofmann, Immenstaad (Bad.-Württ.)
Wer die Solidargemeinschaft betrügt, hat weder in der Nationalmannschaft etwas zu suchen noch an der Spitze eines großen deutschen Fußballklubs.
Thorsten Schelle, Großhansdorf (Schl.-Holst.)
Es ist schon pervers und schockierend, wie sich renommierte Firmen anbieten, den superreichen Superstars noch Millionenbeträge in den Hintern zu blasen. Tausende Arbeitssklaven riskieren unter miserablen Bedingungen und für einen Hungerlohn ihre Gesundheit; Ronaldo und Co. vermehren ganz nebenbei ihren unverdienten Reichtum ins Unermessliche und versuchen dann noch, Steueroptimierung zu zelebrieren. Schmutziger und skrupelloser geht es nicht mehr.
Heinrich Trtilek, Wilhelmsdorf (Bad.-Württ.)
Internationaler Fußball von Ronaldo und Co., gespielt auf allerhöchstem Niveau vor einem Millionenpublikum, ist großes Welttheater, und deshalb sind die (Schau-)Spieler so teuer und lieben wie alle Großverdiener diverse Steuersparmodelle, seriöse wie unseriöse – dagegen ist das moralische Gejammer im SPIEGEL einfach nur lächerlich.
Arndt Grundmann, Mayen (Rhld.-Pf.)
Ihr Bericht muss bei jedem, der noch unabhängig denken kann, einen Schock auslösen: Der Fußballsport ist von innen mehr als faul. Avery Brundage hatte recht mit seinem Kampf gegen das Geld im Sport. Gegen diese Pest gibt es nur ein Mittel: Vereine, Anwälte, Berater und die Spieler, die in diese Machenschaften verstrickt sind, müssen bei dem leisesten begründeten Verdacht von den attraktiven Sportereignissen ausgeschlossen werden.
Hannjörg Hereth, Baar (Schweiz)

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