28.01.2017

ProtestkunstBlondes Gift

Der neue amerikanische Präsident mobilisiert den Kulturbetrieb – als ernst zu nehmendes Feindbild. Wichtige Museen der USA haben bereits angekündigt, aktuelle Protestschilder von den weltweiten "Frauenmärschen" in ihre Sammlungen aufzunehmen. Bei den Demonstrationen waren auch die jüngsten Plakate des bekannten Illustrators Shepard Fairey zu sehen, sie zeigen zu der Zeile "Wir, das Volk" etwa muslimische Frauen mit Sternenbanner-Kopftüchern. Wie Donald Trump nutzen auch seine Gegner alle Kanäle. Der Schauspieler Shia LaBeouf ließ vor einem New Yorker Museum eine Kamera installieren, in die jeder, der will, den Satz "He will not divide us" ("Er wird uns nicht spalten") hineinsprechen kann. Die ganze Welt kann sich das live im Internet ansehen, vier Jahre lang. Für den Fall, dass Trump nicht sehen und hören will, richten sich einige Künstler gleich an seine Tochter. "Dear Ivanka" heißt die Aktion der Künstlergruppe Halt, die gern neue Fakten schafft. Über Instagram verbreitet sie eine Fotomontage, die den dunkelhäutigen Sänger Kanye West mit blonder Trump-Tolle zeigt; West gilt als Fan des Politikers. Gleich neben dieser giftigen Persiflage ist ein unverfälschtes Foto zu sehen, das verängstigte Kinder in Aleppo zeigt. So sieht die weltpolitische Realität aus, die es zu bedenken gibt. Auch das eine ernste Botschaft an die "liebe Ivanka".
Von Uk

DER SPIEGEL 5/2017
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