28.01.2017

Kino

Im Psychothriller "Elle" spielt Isabelle Huppert eine Frau, die vergewaltigt wird. Ab 16. Februar.

Sie liegt in der Badewanne und sieht ruhig dabei zu, wie sich der Schaum zwischen ihren Beinen rot färbt, dann wischt sie ihn weg. Michèle Leblanc (Isabelle Huppert) ist gerade vergewaltigt worden, in ihrer eigenen Wohnung, von einem Täter, dessen Gesicht sie nicht sehen konnte, weil er eine Maske trug. Doch sie geht nicht zur Polizei. Mit furchterregender Sachlichkeit fängt sie an, sich selbst zu beobachten, will wissen, wie diese Tat sie verändert hat. Es ist ihre Art, die Kontrolle über ihr Leben zu behalten. Paul Verhoevens Film "Elle" sorgte schon bei seiner Premiere auf dem Festival von Cannes für heftige Debatten, weil er sich keinerlei Mühe gibt, Mitgefühl für seine Hauptfigur zu wecken. Die erfolgreiche Geschäftsfrau Michèle lehnt die Opferrolle ab, weil die in ihren Augen zu klein für sie ist. Huppert spielt dies mit der grandiosen Arroganz und Intelligenz einer Frau, die sich dem Rest der Welt überlegen dünkt: den geilen Männern, mit denen sie ins Bett geht, und deren nichts ahnenden Ehefrauen. Aus dem Psychothriller entwickelt sich eine Sozialsatire, in der Paul Verhoeven (bekannt durch "Basis Instinct") sich das französische Bürgertum ähnlich maliziös vornimmt wie es einst Claude Chabrol oder Luis Buñuel in ihren Filmen gemacht haben. Lars-Olav Beier

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T2 – Trainspotting. Die Fortsetzung des Klassikers von 1996: Mark Renton (Ewan McGregor) kommt nach Schottland zurück, trifft seine verrückten Freunde von damals wieder und lässt mit ihnen zusammen nichts aus, was Spaß macht.

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DER SPIEGEL 5/2017
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