04.02.2017

BildungWie singt man Spickzettel, Herr Beurich?

Der Dresdner Student Johann Beurich, 23, macht aus Mathematikformeln Musik und rettet dadurch Schulkarrieren.
SPIEGEL: In diesen Tagen gibt es Zeugnisse in Deutschland, was schätzen Sie, wie viele Schüler haben Sie schon vorm Sitzenbleiben bewahrt?
Beurich: Ich habe täglich 10 000 Aufrufe auf meinem YouTube-Kanal und 15 Kommentare. Das macht, lassen Sie mich rechnen, knapp 5500 Kommentare im Jahr. Viele schreiben: "Du hast meine Note gerettet."
SPIEGEL: Erklären Sie uns Ihre Rettungsmission?
Beurich: Ich schreibe Songs über mathematische Formeln, rappe die und drehe Musikvideos dazu. Über den Refrain merkt man sich die Formel.
SPIEGEL: Sie rappen also Spickzettel fürs Ohr?
Beurich: Ohrwurmspickzettel, genau. Soll ich mal?
SPIEGEL: Nur zu.
Beurich: (singt) "Minus p halbe plus minus die Wurzel aus p halbe ins Quadra-haht minus q". Das ist die p-q-Formel, Sie erinnern sich?
SPIEGEL: Dunkel. Warum ist Mathe bei vielen so verhasst?
Beurich: Mathe ist wie ein Bausteinkasten, wer den Anschluss verpasst, ist raus. Aber 99 Prozent der Schüler würden Mathe begreifen, wenn man sie mit der eigenen Begeisterung ansteckte.
SPIEGEL: Was begeistert Sie?
Beurich: Lösungen zu finden ist eine Form der Kunst.
SPIEGEL: Wie klingt der Dreisatz?
Beurich: Zum Dreisatz fällt mir kein passender Ohrwurm ein, den kann man nicht auswendig lernen, den muss man einfach verstehen.
Von Fio,

DER SPIEGEL 6/2017
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