04.02.2017

GeologieSternenstaub in der Regenrinne

Freizeitforscher ahnten es längst, nur die Fachwelt blieb skeptisch: Auf unseren Dächern sind winzige Meteoriten zu entdecken – weit gereiste Gesteinskörnchen aus dem Weltall. Sechs Tonnen dieses Sternenstaubs regnen bekanntlich jeden Tag auf die Erde nieder; umgerechnet sind das zwei Partikel pro Quadratmeter im Jahr. Aber Experten suchen lieber im sauberen Eis der Antarktis – was auf Dächern landet, könnte auch der Auswurf von Schloten umliegender Fabriken sein. Der norwegische Jazzgitarrist Jon Larsen jedoch, nebenher ein begeisterter Meteoritenforscher, ließ sich nicht beirren. Er sammelte 300 Kilo Bodensatz aus Regenrinnen, großteils in Oslo. Mit einem Magneten zog er die Partikel heraus, deren Eisengehalt auf kosmischen Ursprung schließen ließ. 500 Funde entsprachen dem Beuteschema. Dazu gehört eine kugelige Form; sie entsteht, wenn die Bröckchen aus dem All mit gut 40 000 Stundenkilometern in die Atmosphäre eintauchen; es wird dann sehr heiß. Am Ende gewann Larsen auch noch kundige Gutachter: Ein Forscherteam um den britischen Geologen Matthew Genge untersuchte eine Stichprobe – und siehe da, es handelt sich tatsächlich um Sternenstaub.
Von Mdw

DER SPIEGEL 6/2017
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