04.02.2017

BriefeDer Anti-Elitäre

Nr. 5/2017 Titel: Sankt Martin – Der Machthunger des Kandidaten Schulz
"Jetzt haben wir in Deutschland also die Wahl zwischen Mutter Teresa und Sankt Martin. Halleluja!"
Martin Sauter, Bad Rappenau (Bad.-Württ.)
Für Rot-Rot-Grün wird es nur reichen, wenn die Partei und ihr Hoffnungsträger die Marke von 33 Prozent der abgegebenen Wählerstimmen erreichen. Grundvoraussetzung, das ist sehr wichtig: Die NRW-Wahl darf für die Genossen nicht verloren gehen. Der Kandidat könnte sonst das Schicksal erleiden: "als Tiger gestartet, doch als Bettvorleger gelandet".
Susanne Brethauer, Dortmund
Ein Heiliger scheint er wohl nicht zu sein, der Sankt Martin Schulz. In der Bundespolitik ist er unerfahren, europäisch steht er für die Vergemeinschaftung von Schulden. Seine Wähler sollten wissen, dass er innenpolitisch zu Rot-Rot-Grün neigt. Seine Nominierung zum Parteivorsitzenden und Kanzlerkandidaten der SPD war mal wieder ein Schnellschuss der Parteiführung.
Rudolf Riesmeier, Oldenburg (Nieders.)
Der Titel trifft die Achse Idealismus versus Machthunger in der Politik raffiniert. Um diesen Hunger zu verstecken, wird er mit Idealismus maskiert. Merkel ist dabei Spitzenkönnerin, und Sankt Martin versucht gekonnt, es ihr gleichzutun. Man könnte das Cover auch für Merkel verwenden.
Andreas Meyer, Gibswil (Schweiz)
"Sankt Martin mit dem Schwerte teilt den warmen Mantel unverweilt" – so das christliche, ja auch sozialistische Kinderlied. Martin Schulz mit seiner direkten scharfen Sprache teilt den warmen Merkel-Mantel, uns geht es doch gut, in der Anfangseuphorie seiner Kandidatur – mehr als eine kleine Teilung der Wählerstimmen wird es nicht werden. Merkel bleibt Kanzlerin.
Harald Dupont, Ettringen (Rhld.-Pf.)
Schulz hat das Format, verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen, weil er Politik nahe beim Alltag der Menschen gelernt hat. In der Kommunalpolitik, der Schule der Politik, geht es nicht anders als in der großen Politik um einen fairen Interessenausgleich der Bedürfnisse der Menschen in Bildung, Kultur, Freiheit, sozialer Absicherung, Schutz und Sicherheit von außen, um Gerechtigkeit in all ihren Facetten. Schulz kann das Narrativ vermitteln, dass die "normalen" Arbeitnehmer das Gefühl haben, ihnen gehe es ohne die SPD schlechter.
Prof. Dr. Dr. Winfried Böttcher, Eupen (Belgien)
Diese Häme einem Vollblutpolitiker wie Martin Schulz gegenüber ist weder witzig noch hilfreich. Und, was den Sankt Martin betrifft, Manipulation mit dem Namen ist oft Zeichen von Einfallslosigkeit.
Christine Böer, Hamburg
Mit Schulz als Kanzler, so hoffen wir – viele Freunde und Bekannte –, tritt in Deutschland wieder mehr soziale Gerechtigkeit ein. Denn die Regierung Merkel muss abgewatscht werden. Es würde sich nicht nur der Populismus verstärken, sondern es würden sich noch mehr Leute in der Unter- und in der Mittelschicht abgehängt fühlen.
Rudolf Knapp, Nideggen (NRW)
Nachdem Gerhard Schröder die Seele der SPD an den Kapitalismus verscherbelt hat, suchte man nach einem Gott, der der Partei eine neue Seele einhauchen würde. Herr Gabriel war es offensichtlich nicht. Aber vielleicht ist er der Erzengel, der der Arbeiterpartei mit Martin Schulz die Ankunft eines neuen Messias ankündigt.
Josef Fleischhacker, Zürich
Lassen Sie Schulz doch erst mal zeigen, was er außer "Machthunger", den es bei jedem Politiker in vernünftigem Maße geben muss, um inhaltliche Ziele zu verwirklichen, noch aufzuweisen hat oder nicht aufzuweisen hat. Ihm gleich ein solches "Begrüßungswort" entgegenzurufen, wenn er sich um das höchste Regierungsamt in einer demokratischen Republik bewirbt, ist nicht nur unanständig, sondern auch gefährlich.
Wilfried Mommert, Berlin
Martin Schulz verkörpert ziemlich genau das Gegenteil von Kanzlerin Angela Merkel. Der redegewandte Rheinländer ist quasi der Anti-Elitäre, der spricht, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Mit seiner unverblümten, direkten Art zu reden hat er es geschafft, dass ihm die Leute auch bei vermeintlich trockenen Themen zuhören.
Werner Ritter, Schaffhausen (Schweiz)

DER SPIEGEL 6/2017
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