04.03.2017

ThyssenKruppErmittlungen um israelischen U-Boot-Deal

Auch deutsche Behörden interessieren sich nun für das Milliarden-Rüstungsgeschäft.
Staatsanwälte in Israel gehen einem Korruptionsverdacht im Zusammenhang mit dem Kauf von deutschen U-Booten nach, nun droht ThyssenKrupp und seiner Kieler Werft Marine Systems auch hierzulande juristischer Ärger. Die Staatsanwaltschaft Kiel hat ein entsprechendes Vorverfahren inzwischen nach Essen abgegeben, weil dort bereits Ermittlungen laufen. In Essen will man sich zum aktuellen Stand des Verfahrens nicht äußern. Es heißt bislang nur, man "prüfe mögliche Schritte". Aufmerksam geworden sind die Behörden durch ein Verfahren des israelischen Generalstaatsanwalts, der sich für den örtlichen ThyssenKrupp-Repräsentanten und dessen Anwalt interessiert. Der Jurist vertritt auch Regierungschef Benjamin Netanyahu – ein möglicher Interessenkonflikt? Alle Beteiligten bestreiten jedes Fehlverhalten. Israel hatte zuletzt neben drei U-Booten im Gesamtwert von rund 1,5 Milliarden Euro auch vier Korvetten bei ThyssenKrupp bestellt. Die Entscheidung über den U-Boot-Kauf traf Netanyahu. Die Bundesregierung stellte Israel für die U-Boot-Anschaffung einen Zuschuss von 570 Millionen Euro in Aussicht. ThyssenKrupp hat im November interne Untersuchungen zu den Vorwürfen eingeleitet. Bislang habe man "keine Hinweise auf Korruption gefunden". Die Aufklärung sei schwierig, weil man wegen der laufenden Ermittlungen in Israel den Repräsentanten nicht befragen dürfe.
Von Js

DER SPIEGEL 10/2017
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ThyssenKrupp:
Ermittlungen um israelischen U-Boot-Deal

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