27.05.2017

HSH NordbankFlowers und Lone Star erwägen Kauf

In den Datenräumen der HSH Nordbank tummelt sich derzeit das Who's who amerikanischer Finanzinvestoren. Neben Apollo und Cerberus studieren auch Lone Star sowie J. C. Flowers die Bücher der havarierten Landesbank. Die Haupteigner Hamburg und Schleswig-Holstein müssen den Konzern auf Geheiß der EU-Kommission bis Ende Februar 2018 privatisieren – als Ausgleich für die staatliche Rettung nach der Finanzkrise von 2008. Alle vier US-Interessenten haben ein Faible für angeschlagene Banken und faule Kredite. Unter ihnen ist auch Christopher Flowers: Der verlor eine Menge Geld als Großaktionär der Hypo Real Estate und hält noch heute rund fünf Prozent an der HSH. Ob aber einer der Investoren tatsächlich ein verbindliches Angebot abgibt, ist fraglich. Ohne Mitgift der staatlichen Eigner gilt die Bank als kaum verkäuflich. So ein Deal wäre jedoch nicht mit den EU-Auflagen vereinbar. Am ernsthaftesten sei noch das Interesse des chinesischen Konglomerats Anbang, heißt es in mit dem Prozess vertrauten Kreisen. Bis Ende Juni sollen konkretere Gebote vorliegen. Durchgespielt werden auch Szenarien, in denen nur der gesunde Teil der Bank verkauft und der Rest abgewickelt würde. Schon jetzt wird um eine Verteilung der dabei drohenden Verluste gepokert. Lukrativ ist das Geschäft bislang vor allem für die vielen externen Berater. Allein für sie soll die Bank bislang bereits rund 16 Millionen Euro ausgegeben haben.
Von Mhs

DER SPIEGEL 22/2017
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