03.06.2017

EnergieZahlentricks beim Atomfonds

Die deutschen Energiekonzerne können ihre Einzahlungen in den rund 24 Milliarden Euro schweren Atomfonds mindern. Wie aus einem Verordnungsentwurf des Bundeswirtschaftsministeriums hervorgeht, haben die Unternehmen 2016 rund 247 Millionen Euro mehr für die Nutzung der Atommüllzwischenlager Ahaus und Gorleben ausgegeben als ursprünglich kalkuliert; nun will die Regierung diese Mehrkosten von den Konzerneinzahlungen in den Fonds abziehen. Der Kostenschub ergibt sich aus vorgezogenen Ausgaben für Investitionen sowie einer Gewinnmarge für die Gesellschafter der Zwischenlager. Das Ministerium sagt, so solle vermieden werden, dass der Bund womöglich Geld an die AKW-Betreiber zurückzahlen müsse, nachdem die Verantwortung für die Zwischenlager an den Staat übertragen wird. Derzeit sind die Gesellschafter der Zwischenlager aber die vier Energiekonzerne selbst: Ihnen gehört die Gesellschaft für Nuklear-Service, die über Tochterfirmen die Lager in Ahaus und Gorleben betreibt. Grünenpolitikerin Sylvia Kotting-Uhl spricht von einem "Hütchenspielertrick".
Von Ssu

DER SPIEGEL 23/2017
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