10.06.2017

Trumps Woche

Als am vergangenen Wochenende drei Männer einen Anschlag in London verübten, reagierte Donald Trump sofort auf Twitter. Er drückte als Erstes nicht sein Mitgefühl aus, sondern retweetete eine unbestätigte Nachricht des rechten Portals Drudge Report, dann schrieb er: "Wir müssen schlau, wachsam und stark sein. Die Gerichte müssen uns unsere Rechte zurückgeben. Wir brauchen das Reiseverbot als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme!" Er nutzte den Anschlag, um das von Gerichten gestoppte Einreiseverbot für Bürger mehrheitlich muslimischer Staaten zu bewerben. Als Nächstes attackierte er den muslimischen Bürgermeister von London, Sadiq Khan. Dieser habe gesagt, es gebe trotz der Toten "keinen Grund, alarmiert zu sein". Das stimmte aber nicht. Der Bürgermeister hatte gesagt, die Londoner sollten nicht alarmiert sein, wenn sie in den nächsten Tagen vermehrt bewaffnete Polizisten sähen. Doch Trump setzte eins drauf – und beklagte, sein Justizministerium habe eine "verwässerte Version" seines Einreiseverbots erlassen. Die hatte er allerdings selbst unterschrieben. Am Dienstag kündigte er auf Twitter einem Verbündeten der USA die Freundschaft auf: Er beschuldigte Katar, für Extremismus verantwortlich zu sein. Das hätten ihm die Saudis bei seinem Besuch gesagt. Es ist unklar, ob er zum Zeitpunkt seines Tweets wusste, dass die USA dort über eine bedeutende Militärbasis verfügen. Am Donnerstag sagte dann Ex-FBI-Direktor James Comey vor dem Untersuchungsausschuss des Senats aus. Zumindest während der Aussage ließ Trump das Twittern sein.

DER SPIEGEL 24/2017
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