10.06.2017

BriefeKlimatorheit

Nr. 23/2017 You're fired!
"Es bleibt die Hoffnung, dass in spätestens vier Jahren der Spuk, das Trauma Trump vorüber ist und Amerika zur Normalität samt dem Pariser Klimaabkommen zurückkehrt."
Clemens Krause, Fribourg (Schweiz)
Dass Donald Trump ganz nach Belieben mit unserer Weltkugel spielen darf, zeigt, wie gut die Inklusion für lernschwache, verhaltensauffällige Kinder im Washingtoner Politsystem funktioniert.
Gregor Ortmeyer, Düsseldorf
So wie ich das Titelblatt mit dem abgeschlagenen Kopf der Freiheitsstatue schädlich fand, so finde ich die Idee, Trump die Erde mit dem Golfschläger schlagen zu lassen, genial.
Dirk Kaufmann, Köln
Wenn Präsident Trump jetzt aus dem Klimaschutzabkommen aussteigt, entfallen doch bestimmt logischerweise für VW die Milliarden Strafzahlungen und Umrüstungsnotwendigkeiten in den USA – oh, Entschuldigung, muss abbrechen, sofort VW-Aktien kaufen!
Dr. Ludwig Baumgarten, Meckenheim (NRW)
Ich finde es verlogen, wie wir mit Trumps Entscheidung zum Klima umgehen. Bei uns gilt doch auch "Wirtschaft, Wirtschaft über alles". Jede Entscheidung der EU, die zum Beispiel der Autoindustrie schaden könnte, wird von Deutschland blockiert. Zum Dank betrügt diese weiter. Richtige Lösungen, wie beispielsweise, dass man Menschen, die eh den ganzen Tag vor dem PC sitzen, von daheim aus arbeiten lässt und damit sinnlosen Berufsverkehr vermeidet, sind nicht vorgesehen. Klar, damit ist ja auch nichts verdient. Umweltschutz, an dem keiner was verdient, interessiert auch bei uns keinen – am wenigsten die Politik. Trump sagt zumindest ehrlich, dass ihm die Wirtschaft wichtiger ist.
Kurt Lingl, Nürnberg
Weil Nicaragua das Pariser Abkommen nicht unterschrieben hat, wird der Staat als Klimasünder dargestellt. Das Gegenteil ist der Fall. Denn Nicaragua ging das Abkommen nicht weit genug; beispielsweise forderte es Sanktionen gegen Staaten, die die Klimaschutzziele nicht erreichen.
Jochen Wege, Frankfurt am Main
Trump hat gar etwas Gutes bewirkt: die Krise als produktiver Zustand. Die Bekundigungen vieler US-Politiker, Bürgermeister, Bundesstaaten und US-Unternehmen, Trumps Entscheidungen zu ignorieren, führen nun zu einem positiven "Jetzt erst recht". Dies kann praktisch mehr bewirkt haben als all die schönen Absichtserklärungen, die das Pariser Klimaabkommen gebracht hat. So könnten die USA an der Basis konkrete Gegenbewegungen zu den trumpschen Plänen auslösen und damit das Klimaabkommen mit Tempo und realen Taten befördern. Trump hat somit unwissentlich Positives ausgelöst.
Sven Jösting, Hamburg
Auf Trump schimpfen, aber mal eben für drei Tage nach New York düsen. Auf Trump schimpfen, aber im Diesel-SUV durch die Stadt stinken. Für das bigotte Deutschland offensichtlich das geringste Problem. Man ist wirklich sehr entsetzt, ernstlich empört und ganz furchtbar besorgt über Trumps Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen.
Thomas Prohn, Erding (Bayern)
Das durch Fracking im Überschuss vorhandene Erdgas und die regenerativen Energien sind inzwischen konkurrenzfähig. Sie sind umweltfreundlicher und häufig sogar billiger als Kohle aus neu zu belebenden Bergwerken. Moderne Technologien versprechen zudem höhere Renditen als Kohle und Stahl. Die Kräfte des freien Marktes werden Trumps Klimatorheit schneller beerdigen als jeder politische Widerstand. Industrien aus dem 19. Jahrhundert werden auch nicht moderner, wenn man sie über Twitter propagiert.
Rüdiger Lüttge, Altlandsberg (Brandenburg)

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