22.06.2017

So gesehenGefährliche Liebschaften

Wie man Whistleblowing populärer machen kann
Schauspielerin und Playmate Pamela Anderson hat in dieser Woche auf ihrer Homepage einen Text veröffentlicht. "Warum mein Herz zu Julian steht", heißt es über dem Liebesbrief an den WikiLeaks-Gründer Julian Assange. Die Plattform hat mehrfach interne Dokumente von US-Behörden veröffentlicht, aus Angst vor Strafverfolgung lebt Assange seit fünf Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London. Nun schrieb Anderson, die ihn mehrmals dort besucht hat: "Wenn ich über Julian nachdenke, dann frage ich mich, was einen Mann sexy macht. Mit Sicherheit sind die größten Qualitäten für Sexappeal bei einem Mann Mut und Courage. Sexiness bei einem Mann bedeutet, Stärke zu zeigen. Überzeugungen zu haben und den Mut zu beweisen, zu ihnen zu stehen." Es ist der bislang wirkungsvollste Versuch, Whistleblowing attraktiver zu machen. In Deutschland hatte zuletzt der Grüne Hans-Christian Ströbele einen Vorstoß gewagt. Er besuchte NSA-Whistleblower Edward Snowden in Moskau. Zudem brachte seine Fraktion einen Gesetzentwurf zur "Förderung von Transparenz und zum Diskriminierungsschutz von Hinweisgeberinnen und Hinweisgebern" ein. Der Versuch der Grünen war gut gemeint, die Partei vergaß allerdings, den Faktor Sexiness zu bedenken. Dieser könnte durch eine Entkriminalisierung von Whistleblowern bedroht werden. Denn Pamela Anderson, so konnte man nun der Presse entnehmen, steht ausschließlich auf "Bad Boys".
Von Britta Stuff

DER SPIEGEL 26/2017
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