29.07.2017

TerrorismusIm Einsatz für die Scharia

Die im Irak verhafteten deutschen Dschihadistinnen sollen für die IS-Sittenpolizei gearbeitet haben.
Die vier Mädchen und Frauen aus Deutschland, die im Irak festgenommen wurden, sollen beim "Islamischen Staat" (IS) laut deutschen Sicherheitsbehörden für die Sittenpolizei gearbeitet haben. Die Khansa-Brigade war in den IS-Hochburgen Rakka und Mossul aktiv und sorgte dafür, dass sich Frauen an die Kleiderregeln der Dschihadisten hielten. Wer sich nicht verhüllte oder Make-up unterm Gesichtsschleier trug, wurde ausgepeitscht. Der Generalbundesanwalt ermittelt gegen die vier Deutschen wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, gegen Linda W. aus Sachsen zudem wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Zwei der Frauen sollen in der IS-Propaganda im Internet aktiv gewesen sein und womöglich auch neue Mitglieder für den IS rekrutiert haben. Lamia K., 50, aus Mannheim war bereits vor Jahren mit islamistischer Propaganda im Netz aufgefallen. 2014 verschwand sie aus Deutschland und nahm ihre Tochter Nadja mit zum IS. Die heute 20-Jährige wurde ebenfalls in Mossul verhaftet. Die Bundesregierung geht nach ersten Gesprächen mit irakischen Behörden davon aus, dass keiner der Frauen die Todesstrafe droht. So wurde deutschen Diplomaten signalisiert, dass es keine Hinweise auf eine Beteiligung an Morden oder Kampfhandlungen gebe. Nun soll es Gespräche über eine mögliche Auslieferung nach Deutschland geben.
Von Red,

DER SPIEGEL 31/2017
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