29.07.2017

Serien / DVDs

Der Action-Star Dwayne Johnson bereitet sich mit der Comedyserie "Ballers" auf höhere Aufgaben vor. 1. und 2. Staffel als DVD/Blu-Ray (Warner Home Video) oder Video-on-Demand; 3. Staffel auf Sky.
● Dwayne Johnsons erste Karriere, als Profi-Football-Spieler in Kanada bei den Calgary Stampeders, endete nach nur zwei Monaten mit einem Rauswurf. Ein Debakel, auch finanziell: Johnson, so geht die Legende, hatte damals genau sieben Dollar in der Tasche. Er wurde Wrestler, unter dem Künstlernamen "The Rock" stieg der 1,96-Meter-Mann in den Ring. Die Showkämpfe, theatralisch und lächerlich zugleich, machten ihn zum Star. Hollywood wurde auf ihn aufmerksam, er bekam Rollen in Trashfilmen wie "Die Mumie kehrt zurück". Mittlerweile ist Dwayne Johnson 45 Jahre alt und der bestbezahlte Schauspieler der Welt. Zuletzt soll er 64 Millionen Dollar im Jahr verdient haben, errechnete das Wirtschaftsmagazin "Forbes". Auch auf der nächsten Gagenliste dürfte er wieder ganz oben stehen, vor Robert Downey Jr. oder Johnny Depp. Johnsons Charisma überstrahlt jeden Kulturpessimismus, Kinofilme wie "Fast & Furious 8" oder "Baywatch", in dem er den Oberbademeister spielt, funktionieren weltweit. Seine bislang persönlichste Arbeit ist jedoch eine Fernsehserie, "Ballers", die in den USA im renommierten Kabelsender HBO läuft. Bei "Ballers" ist Johnson Koproduzent und Hauptdarsteller in einem. Er verkörpert einen ehemaligen Football-Profi, der jetzt in Miami als Manager für aktive Spieler arbeitet. Ein Kümmerer und Kumpeltyp also, der seine Klienten – junge Männer mit Hang zu teuren Autos und dicken Klunkern – auf das Leben nach der Sportkarriere vorbereitet. Die amerikanische National Football League ist, ähnlich wie die Fußball-Bundesliga, ein Milliardengeschäft, das auch halbseidene Gestalten anzieht. Faszinierend an "Ballers" ist, wie die Serie den Kapitalismus zugleich feiert und verdammt. Reich zu werden, so die Botschaft, kann Spaß machen; reich zu bleiben ist dagegen harte Arbeit. Johnson hat dieses Ethos offenbar verinnerlicht: Seine Produktionsfirma heißt "Seven Bucks", eine ständige Mahnung an jene sieben Dollar, die ihm einst geblieben waren. Doch sein Ehrgeiz reicht möglicherweise längst über Hollywood hinaus. In der neuen Staffel von "Ballers" macht Johnson nämlich Witze auf Kosten von Donald Trump: Präsidential zu wirken, "das will ja heutzutage nicht mehr viel heißen". Dwayne Johnson for President? Warum eigentlich nicht: Es kann ja nur besser werden. Martin Wolf

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American Gods. Wem "Game of Thrones" nicht blutrünstig genug ist, dürfte bei dieser Amazon-Serie auf seine Kosten kommen: Höhepunkt der Adaption von Neil Geimans Fantasyroman sind die extrem stilisierten Gewaltszenen. DVD/ Blu-Ray bei Studiocanal.

DER SPIEGEL 31/2017
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