02.09.2017

Früher war alles schlechterSauberes Wasser

Jeder Zwölfte. "Eigentlich gibt es kaum etwas Schöneres auf Erden als Durst, den man stillen kann", soll einst der Beduinenführer T. E. Lawrence, besser bekannt als Lawrence von Arabien, gesagt haben. "Drei Tage Wüste ohne Getränke und dann einen Eimer Wasser, das ist der Himmel auf Erden." Stimmt, solange das Wasser aus sicheren Leitungen oder Brunnen kommt und frei von Giftstoffen und Fäkalien ist. Unicef geht davon aus, dass 2015 weltweit etwa 600 Millionen Menschen, also jedem zwölften, nichts anderes übrig blieb, als aus unkontrollierten Quellen zu trinken. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation starben jährlich 842 000 an Durchfallerkrankungen, vor allem südlich der Sahara. Allerdings steigt die globale Zahl derer, die Zugang zu sauberem Trinkwasser haben, weiter an. Seit dem Jahr 1990 ist sie um 2,6 Milliarden Menschen gewachsen, das sind rein rechnerisch 285 000 pro Tag. Zu Zeiten Lawrence' von Arabien, also vor gut hundert Jahren, wurden Desinfektions- und Filtrationssysteme in Europa gerade erst eingeführt. Noch 1980 war nur etwa die Hälfte der Weltbevölkerung mit Trinkwasser versorgt, aber bis 2030, wenn Prognosen zufolge 8,5 Milliarden Durstige auf der Erde leben, soll es die ganze Menschheit sein. Die Kostbarkeit sauberen Wassers, so das Ziel der Vereinten Nationen, wäre dann für alle wie sauberes Wasser selbst: kaum noch zu schmecken.

DER SPIEGEL 36/2017
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