02.09.2017

GESTORBENWULF BERNOTAT, 68

Er hat sich unter den klassischen Energiemanagern vom Schlage eines Johannes Teyssen oder Utz Claassen nie richtig wohlgefühlt. Und sie sich auch nicht mit ihm. Wulf Bernotat war anders, zurückhaltender, analytischer, gradliniger. Der E.on-Vorstandsvorsitzende wollte raus aus der Kernenergie und regenerativen Energien eine Chance geben. Das Gekungel mit Politik und Gewerkschaften, das die Energiewirtschaft in Deutschland jahrelang bestimmte, lag ihm nicht. Das zeichnete den gelernten Juristen, der E.on von 2003 bis 2010 führte, aus – und es wurde ihm gleichzeitig zum Verhängnis. Als er 2006 zum großen Sprung ansetzte, um den spanischen Energieversorger Endesa für mehr als 40 Milliarden Euro zu übernehmen, fehlte ihm der politische Rückhalt. Er wurde von der spanischen Regierung ausgebremst. Statt zum führenden europäischen Energiekonzern mit einem großen Anteil erneuerbarer Energien aufzusteigen, erholte sich E.on niemals richtig von diesem Fehlschlag. 2010 übergab Bernotat den Chefsessel an Teyssen, einen Vertreter der alten Schule, und konzentrierte sich auf seine Aufsichtsratsmandate. Wulf Bernotat starb am 27. August in Essen. fdo

DER SPIEGEL 36/2017
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