23.09.2017

ThyssenkruppMassiver Widerstand

Gewerkschaften fürchten um Jobs und Mitbestimmungsrechte bei Fusion der Stahlsparte.
Die geplante Fusion der europäischen Stahlsparten von Thyssenkrupp und dem indischen Industriekonzern Tata stößt auf massiven Widerstand der Gewerkschaften. "Der Fusionsbeschluss zeigt, dass der Vorstand nicht beabsichtigt, Alternativen zu prüfen und Rücksicht auf die Interessen der Arbeitnehmer zu nehmen", sagt Reiner Hoffmann, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Nach dem Willen beider Unternehmen soll bis Ende 2018 der zweitgrößte europäische Stahlkonzern entstehen. Allerdings sollen dabei 4000 der insgesamt gut 48 000 Stellen in Europa wegfallen. Deshalb fordert der DGB-Chef Thyssenkrupp auf, "die Standorte in Deutschland zu erhalten und betriebsbedingte Kündigungen grundsätzlich auszuschließen". Da der Firmensitz des geplanten Konzerns die Niederlande sein sollen, könnte eine Fusion auch die weitgehenden Mitbestimmungsrechte der Arbeitnehmerseite einschränken, die bislang durch die deutsche Montanmitbestimmung bei Thyssenkrupp garantiert sind. "Ich erwarte, dass sich auch die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen für die Stahlkocher und den Erhalt des Unternehmenssitzes einschließlich Montanmitbestimmung einsetzt", sagt Hoffmann. Der nordrhein-westfälische IG-Metall-Bezirkschef Knut Giesler ist nicht davon überzeugt, "dass die Fusion mit Tata der beste und richtige Weg für Thyssenkrupp Steel ist". Die bisher bekannten Pläne würden zu mehr Fragen als Antworten führen: "Wir brauchen belastbare Zukunftskonzepte für Thyssenkrupp und die Stahlsparte und keine Bad Bank Stahl."
Von Mad

DER SPIEGEL 39/2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 39/2017
Titelbild
Der digitale SPIEGEL
Diese Ausgabe jetzt digital lesen

Die digitale Welt der Nachrichten. Mit interaktiven Grafiken, spannenden Videos und beeindruckenden 3-D-Modellen.
Sie lesen die neue Ausgabe noch vor Erscheinen der Print-Ausgabe, schon freitags ab 18 Uhr.
Einmal anmelden, auf jedem Gerät lesen - auch offline. Optimiert für Windows 8, Android, iPad, iPhone, Kindle Fire, BlackBerry Z10 sowie für PC/Mac.

Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

Thyssenkrupp:
Massiver Widerstand