30.09.2017

ZeitgeschichteNazis in der DDR

In welchem Umfang einstige Nationalsozialisten in den Bildungsbehörden der DDR weiter wirken konnten, soll jetzt erforscht werden. Das Bundesbildungsministerium (BMBF) fördert dazu ein Projekt des Forschungsverbunds SED-Staat der Freien Universität Berlin, das klären soll, "inwieweit Nationalsozialisten in der DDR ihre Karrieren unbehelligt fortsetzen oder neue aufbauen konnten", wie Bildungsministerin Johanna Wanka (CDU) sagt – eine "notwendige Ergänzung" bisheriger Studien, die sich der NS-Belastung in Behörden der alten Bundesrepublik gewidmet hatten. "Die Wahrscheinlichkeit, dass man ehemalige Nazis findet, ist sehr groß", sagt der Politologe und künftige Projektleiter Klaus Schroeder. Schließlich hätten sie durch ihr Fachwissen ein Alleinstellungsmerkmal gehabt, "man war quasi auf sie angewiesen". Neben dem DDR-Ministerium für Volksbildung und seiner Vorgängerinstitution sollen das Ministerium für Hoch- und Fachhochschulwesen sowie punktuell die Akademie der Wissenschaften, der Forschungsrat und Teile des Parteiapparats einbezogen werden. Das BMBF finanziert den Forschungsverbund für drei Jahre mit rund 750 000 Euro.
Von Akm

DER SPIEGEL 40/2017
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