07.10.2017

Documenta„Heillos überschätzt“

Der Schuldenstand der im September beendeten Documenta – der sich auf mehr als fünf Millionen Euro beläuft – wird von vielen Feuilletonisten aufgeregt kommentiert. In Zeiten notorisch überreizter Etats, etwa für Kulturbauten aller Art, wirkt die anhaltende Debatte über diese eine Finanzlage inzwischen allerdings überzogen. Für den österreichischen Künstler Peter Friedl, einen der Documenta-Teilnehmer, sind die Diskussionen jedenfalls Ausdruck der "absurden" und nicht mehr zu erfüllenden Erwartungen, die an eine Documenta gestellt würden, vor allem in Deutschland selbst "mit seinen Weltmeisterambitionen". Daraus folgten dann eben "übertriebene Fallhöhen und die Lust am Skandalisieren". Besucherrekorde würden unangemessenerweise vorausgesetzt, denn wie sonst solle bei steigenden Kosten nach wie vor die Hälfte des Budgets selbst erwirtschaftet werden? Die Documenta werde heute in jeglicher Hinsicht "heillos überschätzt" – und sie "überschätzt sich selbst", findet Friedl, der zum dritten Mal Gast war. Die Beteiligten berauschten sich geradezu an der Bedeutung dieser Schau. Man müsse aber anerkennen, dass 2017 versucht worden sei, ohne Großkünstler auszukommen, hinter denen finanzkräftige Global-Player-Galerien stehen. Er selbst stellte eine Videoarbeit aus, in der Flüchtlinge Kafka rezitieren.
Von Uk

DER SPIEGEL 41/2017
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Documenta:
„Heillos überschätzt“

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