28.10.2017

Deutsche BörseRückhalt für Faber schwindet

Nach dem Rücktritt von Börsenchef Carsten Kengeter wächst der Druck auf Aufsichtsratschef Joachim Faber. Mehrere große Aktionäre der Deutschen Börse werfen dem Chefkontrolleur vor, er habe die Affäre um möglichen Insiderhandel schlecht gehandhabt und hätte Kengeter früher austauschen müssen. Offenbar wäre der umstrittene Manager dazu bereit gewesen. Kengeter habe in den vergangenen Monaten zweimal seinen Rücktritt angeboten, ist aus dem Umfeld des Konzerns zu hören. Faber habe sich jedoch dagegen gesperrt. Der Aufsichtsratschef hatte den früheren Investmentbanker Kengeter vor zweieinhalb Jahren zur Deutschen Börse geholt, unter anderem mit dem Ziel, eine große Fusion oder Übernahme einzufädeln. Kengeter scheiterte jedoch mit dem Versuch, die Börse mit der London Stock Exchange (LSE) zu fusionieren. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm in diesem Zusammenhang Insiderhandel vor, was nach monatelangen Diskussionen nun zum Rücktritt führte. Hintergrund ist ein Aktienvergütungspaket für Kengeter, das auf Betreiben Fabers zustande kam und von dem Vorstandschef umgesetzt wurde, während er sich in Verhandlungen mit der LSE befand, so der Verdacht. Kengeter bestreitet die Vorwürfe. "Faber muss gehen", fordert der Vertreter eines wichtigen Aktionärs. Er habe nicht nur in der Causa Kengeter versagt, sondern auch im Umgang mit der Fusion rund um den Brexit. Auch im Aufsichtsrat wird Faber mittlerweile offenbar kritisch gesehen. Im Umfeld des Gremiums heißt es, selbst die Anteilseignerseite stehe nicht mehr geschlossen hinter ihm.
Von Mhs

DER SPIEGEL 44/2017
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