28.10.2017

Theater

In Versetzung von Thomas Melle dreht es sich um die Frage, ob ein psychisch kranker Mensch ein guter Lehrer sein kann. Uraufführung 17.11., Kammerspiele des Deutschen Theaters Berlin.
● Ronald Rupp ist das, was man einen engagierten Lehrer nennt. Jetzt soll er sogar Direktor werden. Doch dann verdichten sich die Gerüchte, dass Rupp nicht ganz bei Trost sei. Der Lehrer geht in die Offensive und erzählt, dass er zehn Jahre zuvor wegen einer bipolaren Störung in der Psychiatrie gewesen sei, seitdem aber keine manisch-depressiven Schübe mehr gehabt habe. Das Geständnis hat verheerende Folgen für seine Karriere und sein Privatleben. "Versetzung" heißt das Stück, das der Autor Thomas Melle für das Deutsche Theater Berlin geschrieben hat. Melle hat bereits 2016 in seinem überragenden autobiografischen Roman Die Welt im Rücken von seiner eigenen bipolaren Störung berichtet; am Wiener Burgtheater hat Joachim Meyerhoff in der Regie von Jan Bosse ein grandioses Solo daraus gemacht. In "Versetzung", das die Regisseurin Brit Bartkowiak nun mit Daniel Hoevels in der Rolle des Lehrers Rupp uraufführt, geht es auch um die Frage, wo genau die Grenzen der Realität verlaufen: Ist Rupps Kollegin etwa scharf auf seinen Job, oder ist das schon Paranoia? Und wer bestimmt eigentlich, was "normal" ist?

▼ Weitere Premieren


BERLIN

Samuel Beckett/Tino Sehgal. Nach dem Vorspiel in Tempelhof eröffnet die neue Intendanz die Berliner Volksbühne mit einem zweitägigen Theater-Musik-Kunst-Happening im ganzen Haus. Der Beckett-Experte Walter Asmus inszeniert Monologe des irischen Dramatikers (u.a. mit Anne Tismer), der Berliner Künstler Tino Sehgal zeigt seine interaktiven Performances . 10. bis 12.11., Volksbühne.
HAMBURG
Der goldene Handschuh. Heinz Strunk, durch Projekte wie das der fiktiven Band Fraktus im Norden ein Weltstar, hat in seinem St.-Pauli-Roman Der goldene Handschuh plötzlich Ernst gemacht. Jetzt bringt er ihn mit seinen Jungs vom Studio Braun auf die Bühne – und spielt auch selbst mit. Uraufführung 18.11., Schauspielhaus.

WEIMAR

Unterleuten. Juli Zehs Roman über ein ostdeutsches Dorf und seine sozialen Konflikte bringt Jenke Nordalm als großes Ensemblestück auf die Bühne. Uraufführung 18.11., Nationaltheater, Großes Haus.

WIEN

Ein Volksfeind. Ökonomie schlägt Ökologie, und die Mehrheit hat immer recht: Jette Steckel inszeniert Henrik Ibsens hellsichtigen Klassiker mit Joachim Meyerhoff in der Titelrolle. Premiere 18.11., Burgtheater.
Von Anke Dürr

DER SPIEGEL 44/2017
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