28.10.2017

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Die ehemalige "Tatort"-Kommissarin Sibel Kekilli verkörpert erneut eine Polizistin: In der Krimireihe Bruder – Schwarze Macht kämpft sie um einen Dschihadisten in der eigenen Familie. Alle vier Episoden ab 29. Oktober in der ZDF-Mediathek, Ausstrahlung sonntags 21.45 Uhr, ZDFneo.
● Sie sind Geschwister, Kinder türkischer Einwanderer, beide wohnen in Hamburg, doch sie leben in verschiedenen Welten: Sibel Kaya (gespielt von Sibel Kekilli), verheiratet mit einem Deutschen (Bjarne Mädel), Mutter einer kleinen Tochter, ist Polizistin; in Kürze soll sie befördert werden. Sibels jüngerer Bruder Melih (Yasin Boynuince) dagegen versucht sich als Kleinkrimineller. Wegen Kreditkartenbetrugs droht ihm Gefängnis. Damit er nicht wieder ein Ding dreht, lässt Sibel seinen Auftraggeber verhaften – und setzt damit eine verhängnisvolle Kettenreaktion in Gang. Denn neue Anerkennung, eine Aufgabe, ein Gemeinschaftsgefühl, das finden Melih und sein Schulfreund Tobi ausgerechnet bei radikalen Islamisten. Geschickt nutzen die Extremisten die Verunsicherung der jungen Männer aus. Die charismatischen Hassprediger schüren die Verachtung auf vermeintlich Ungläubige – nicht nur mit Gesprächen und Gebeten, sondern auch durch Propaganda-Videos und Rapsongs mit salafistischen Botschaften. Zur Gehirnwäsche kommt die Ausbildung an der Waffe: Erst soll Melih ein Lamm abstechen, dann darf er mit einer Pistole üben. Doch die Macher der Serie – Ipek Zübert, Andreas Dirr und Raid Sabbah (Drehbuch) sowie Regisseurin Randa Chahoud – zeichnen nicht nur den (aus vielen Dokumentationen bekannten) Weg in den Dschihadismus nach. Beiläufig zeigen sie auch den Alltag ganz normaler Menschen muslimischen Glaubens, die wegen der Verbrechen von Extremisten zu Unrecht unter Generalverdacht stehen. "Bruder – Schwarze Macht" ist eine über weite Strecken gelungene Miniserie, die einen prestigeträchtigen Sendeplatz verdient gehabt hätte.

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SS-GB. Was wäre, wenn 1941 die Nazis die Luftschlacht über England gewonnen und Großbritannien besetzt hätten? Die BBC-Serie, ein fiktiver Historienthriller im Stil von "The Man in the High Castle" oder Robert Harris' "Fatherland", zwingt einen Londoner Kommissar (Sam Riley) zur Zusammenarbeit mit einem SS-Mann (Lars Eidinger). Hinter den Kulissen haben Briten und Deutsche aber offenbar gut harmoniert: Die Drehbücher stammen von den "James Bond"-Filmautoren Neal Purvis und Robert Wade, Regie führte Philipp Kadelbach ("Unsere Mütter, unsere Väter"). Ab 14. November bei RTL Crime, DVD/Blu-Ray ab 20. Dezember (Polyband).

American Playboy: The Hugh Hefner Story. Nostalgiesattes Dokudrama über den Ende September verstorbenen "Playboy"-Gründer. Amazon Prime Video.
Von Martin Wolf

DER SPIEGEL 44/2017
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