28.10.2017

Games

Seit 36 Jahren rettet Mario die Prinzessin – in Super Mario Odyssey ist das wieder ein großer Spaß. Nintendo Switch.
● 1981 erschien das Videospiel "Donkey Kong", in dem zum ersten Mal einer der bis heute merkwürdigsten Protagonisten des Mediums auf den Plan trat: ein schnauzbärtiger, leicht untersetzter Mann, der eine rote Mütze und Latzhosen trägt und dessen einzige Waffe ein gezielter Sprung ist. Das Ziel des Klempners damals: die Prinzessin retten. 36 Jahre später hat er in "Super Mario Odyssey" die gleiche Aufgabe. Der Mann heißt inzwischen Mario – benannt nach dem Vermieter der ersten nordamerikanischen Niederlassung von Nintendo. Jener Firma, die Mario erfunden hat und die immer wieder beweist, dass Spiel vor allem auch mit Spaß zu tun hat, mit Überraschungen und Motivation. Dass es auch bei "Super Mario Odyssey" mal wieder darum geht, die Prinzessin zu retten, ist eher Running Gag als ernsthafte Geschichte und genügt als Vorwand, sich in eine Welt zu stürzen, in der jedes Level anders aussieht, in der man mal an der Wand, mal unter der Decke läuft. "Super Mario Odyssey" verneigt sich immer wieder vor der eigenen Geschichte – und ist doch frischer als vieles, was sonst so auf den Markt kommt. Auch wenn es immer noch vor allem darum geht, sich mit gut abgestimmten Sprüngen durch eine wunderbar merkwürdige Welt zu bewegen. Großartig!

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Cuphead. Studio MDHR. Dieses Spiel verbindet die Comicästhetik der Dreißigerjahre, also "Oswald the Lucky Rabbit", ältere "Micky Maus"-Szenen oder auch "Popeye", mit Prinzipien der frühen Videospielzeiten, vor allem mit deren hohem Schwierigkeitsgrad. Es lässt "Cuphead", ein Wesen mit Teetassenkopf, durch eine surreale Welt laufen, springen und kämpfen, um dem Teufel Seelen von Bösewichten zu besorgen. Das ist nötig, um die Abgabe der eigenen Seele zu verhindern. Dafür schießt Cuphead mit Projektilen auf riesige Möhren, tanzende Spielautomaten oder glimmende Zigarren. Er macht Hindernisläufe durch Pollen schießende Blumen oder weicht Vögeln aus, während er durch einen Holztunnel läuft. Das ist immer wieder ein stimmiges Vergnügen, das nur dadurch getrübt wird, dass "Cuphead" vor allem eins ist: wahnsinnig schwierig zu spielen.
Von Carsten Görig

DER SPIEGEL 44/2017
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