04.11.2017

WM-Vergabe 2006Einladung aus Doha

Die Spitze des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat im vergangenen Jahr leichtfertig die Chance verspielt, das Rätsel um die Vergabe des Weltmeisterschaftsturniers 2006 aufzulösen – und die Frage zu beantworten, was mit den 6,7 Millionen Euro passiert ist, die der Chef des deutschen WM-Organisationskomitees Franz Beckenbauer 2002 an den katarischen Fifa-Funktionär Mohamed Bin Hammam überwiesen hat. Dies geht aus Unterlagen der Ethikkommission des Weltfußballverbandes Fifa hervor, die den Fall parallel zu den Ermittlungen der schweizerischen Bundesanwaltschaft und der Staatsanwaltschaft Frankfurt untersucht. Sie konterkarieren bisherige Aussagen des DFB, Bin Hammam wolle dem Verband keine Auskunft geben.
Anfang April 2016 stand DFB-Vizepräsident Rainer Koch der Fifa-Ethikkommission dazu Rede und Antwort. Dabei gab er zu Protokoll, "von Bin Hammam" sei "ein kurzes Schreiben" gekommen, "dass er bereit sei, Aussagen zu machen, und bereit sei, uns in Doha zu empfangen". Auf die Frage der Fifa, ob die Deutschen "diese Gelegenheit wahrnehmen" wollten, antwortete Koch, dies sei noch nicht "final entschieden". Zum einen wolle er, bis zur Wahl des neuen DFB-Präsidenten Mitte April 2016, "keine Meinungsverschiedenheiten innerhalb des DFB haben". Zum anderen habe er demnächst einen "Termin in Berlin beim Botschafter von Katar", von dem er sich Hilfe "zur weiteren Aufklärung" erhoffe. Dieses Treffen, so ein DFB-Sprecher, verlief ergebnislos, auch Bin Hammam habe später einen Rückzieher gemacht.
Von Gla,, Js,, Amp, und Rab,

DER SPIEGEL 45/2017
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WM-Vergabe 2006:
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