23.11.2017

ÖlpreisMachtloses Kartell

Der saudi-arabische Ölminister Khalid Al-Falih erwartet, dass die Runde der Energieminister beim Opec-Treffen am Donnerstag nächster Woche in Wien "irgendeine Art von Verlängerung" der Produktionskürzungen vereinbart, wie er auf der Klimakonferenz vergangene Woche in Bonn sagte. Vor einem Jahr hatte die Opec entschieden, täglich 1,2 Millionen Barrel weniger zu fördern, um den Preis nach oben zu bewegen; er liegt gegenwärtig bei 62 Dollar pro Barrel der Sorte Brent. "Das wird nicht funktionieren", sagt der Commerzbank-Ölexperte Eugen Weinberg über die Opec-Strategie. Der Grund dafür ist der Einfluss, den die Ölfördernation USA inzwischen auf Märkte und Preise ausübt. Sie ist offensichtlich in der Lage, die Produktion immer mehr auszuweiten und so die Opec-Kürzungen auszugleichen. Laut Zählung der Ölservicefirma Baker Hughes sind derzeit in den Vereinigten Staaten 738 Bohrtürme im Einsatz, vor einem Jahr waren es 474. Analyst Weinberg sieht daher die Notierungen auf dem Ölmarkt mittelfristig unter Druck und das Kartell der Förderländer diesem Prozess ausgeliefert. "Egal, was die Opec unternimmt, der Preis wird eher in Richtung 50 Dollar gehen", so der Commerzbanker – mit einer Einschränkung: "sofern keine militärischen Großkonflikte passieren".
Von Aju

DER SPIEGEL 48/2017
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