02.12.2017

Fußball-WM 2006Lügt Beckenbauer?

Im Skandal um die deutsche Fußball-WM 2006 halten die Ermittler der Frankfurter Staatsanwaltschaft die Zeugenaussagen von Franz Beckenbauer für falsch. Seine Version, er habe nichts von dubiosen Zahlungen gewusst, sei eindeutig "widerlegt". So steht es in einem Vermerk der Steuerfahndung, die Beckenbauers österreichische Bankunterlagen ausgewertet hat. Der "Kaiser" hatte behauptet, sein Manager Robert Schwan habe 2002 ganz allein mit dem französischen Milliardär Robert Louis-Dreyfus ein Darlehen eingestielt, das auf den Namen Beckenbauer lief. Davon aber, so der "Kaiser", habe er nichts gewusst. Das Geld – zehn Millionen Schweizer Franken – landete bei einem korrupten Fußballfunktionär in Katar; bis heute ist ungeklärt, wofür.
Dass Beckenbauer in den Geldfluss eingeweiht war, schließen die Fahnder in Frankfurt am Main vor allem aus den Umständen der vierten Tranche der Zehn-Millionen-Zahlung. Der Überweisungsauftrag ging zunächst von Schwan an ein Fax von Beckenbauer und von dort am nächsten Morgen mit Beckenbauers Unterschrift weiter zur ausführenden Raiffeisenbank Kitzbühel. Beckenbauer habe also "mitgewirkt" und "Kenntnisse zu den Auslandsüberweisungen" gehabt. Beckenbauer blieb in seiner jüngsten Vernehmung dabei, er wisse davon nichts; außerdem könne er gar nicht faxen.
Von Amp,, Gla,, Js, und Rab,

DER SPIEGEL 49/2017
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