24.02.2018

Deutsche BankAufsichtsrat steht vor Interessenkonflikt

Der designierte Aufsichtsrat der Deutschen Bank, Norbert Winkeljohann, steuert auf einen Interessenkonflikt zu. Winkelmann, der Ende Mai in den Rat gewählt werden soll, ist noch bis Sommer Deutschland-Chef des Wirtschaftsprüfers PricewaterhouseCoopers (PwC). Die Deutsche Bank sucht gerade nach einer Prüfungsgesellschaft, die ab 2020 ihre Bilanzen testiert.
Das Mandat ist ausgeschrieben, da die Europäische Union Rotation vorschreibt. Deshalb muss PwC-Rivale KPMG, der den Job seit Jahrzehnten erledigt und der Bank zuletzt gut 80 Millionen Euro berechnet hat, aussetzen. Die Prüferbranche ist ein Quasi-Oligopol, vier Unternehmen teilen sich den Markt weitestgehend auf. Um den lukrativen Bankauftrag bewerben sich Deloitte, Ernst & Young – und PwC. Wer den Zuschlag erhält, wird die übernächste Hauptversammlung im Frühjahr 2019 entscheiden, auf Empfehlung des Aufsichtsrats, in den Winkeljohann einrückt. Wegen dessen jahrzehntelanger Arbeit für PwC werde er sich nicht am Auswahlverfahren beteiligen, heißt es bei der Bank – was nicht ausschließt, dass er informell Einfluss nehmen könnte. Gerhard Schick, Finanzexperte der Grünen im Bundestag, plädiert daher für eine Karenzzeit für Prüfer. "Der nahtlose Wechsel in den Aufsichtsrat eines potenziellen oder tatsächlichen Mandanten ist nicht im Sinne guter Corporate Governance. Der Gesetzgeber muss aktiv werden."
Von Baz

DER SPIEGEL 9/2018
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