03.03.2018

ArtenschutzFlorierender Handel mit Hippo-Zähnen

Sind Flusspferdzähne das neue Elfenbein? Artenschützer beklagen, dass der Handel mit den hauerartigen Eckzähnen der als gefährdet eingestuften Huftiere außer Kontrolle gerät. Die bis zu 70 Zentimeter langen Hippo-Zähne werden aus Afrika vor allem nach Hongkong exportiert und dort zu Schnitzereien oder Messergriffen verarbeitet. Größter Importeur ist die EU mit über 40 000 Schnitzereien in den vergangenen zehn Jahren, kritisiert Daniela Freyer von der Artenschutzorganisation Pro Wildlife. Zwar sei der Handel mit den Zähnen nicht illegal. Er gehöre jedoch umfangreich dokumentiert, was zunehmend umgangen werde. "Ein großer Teil des Handels mit Flusspferdzähnen findet im Verborgenen statt", sagt Freyer. So haben Forscher der Universität Hongkong aufgedeckt, dass der Transport von über 17 Tonnen Zähnen aus den Hauptexportländern Uganda und Tansania nach Hongkong seit 1995 nicht ausgewiesen worden sei.
Die Experten befürchten, dass der Hippo-Zahnhandel weiter zunehmen könnte, wenn ab 2021 Einschränkungen des Elfenbeinhandels in Hongkong in Kraft treten werden. Schmuggler von Elefanten-Elfenbein würden jetzt schon "zunehmend auch Flusspferdzähne verkaufen", berichtet Ofir Drori vom Anti-Wilderei-Netzwerk Eagle, "aufgrund ihrer geringeren Größe lassen sie sich leichter schmuggeln als Stoßzähne".
Von Phb

DER SPIEGEL 10/2018
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