31.03.2018

ReligionSeine letzten Tage

 Es ist ein Krimi von historischem Ausmaß: Was passierte wirklich um den 7. April des Jahres 30, als in Jerusalem angeblich der Gottessohn hingerichtet wurde? Mit modernsten Geräten werten Forscher Indizien aus – ihre Erkenntnisse können Skeptikern kaum gefallen.
Die Frau ist Ingenieurin, welterfahren, sehr gelassen, und sie sollte eigentlich nur eine marode Kapelle vor dem Einsturz bewahren. Antonia Moropoulou sagt, sie habe nicht damit gerechnet, nebenbei Hinweise darauf zu finden, dass Teile der größten Legende der Weltgeschichte wahr sein müssen: der Legende von einem Mann namens Jesus, den 2,5 Milliarden Christen für den Sohn Gottes halten. Moropoulou sagt, sie habe es nicht einmal geahnt – bis dann im vergangenen Jahr die Ergebnisse einer chemischen Analyse kamen.
Die Professorin der Technischen Universität von Athen gilt als Spezialistin für die Rettung historischer Monumente in aller Welt. Und der zerfallende Bau, um den es ging, war jene Kapelle, die innerhalb der Jerusalemer Grabeskirche steht. Unter dieser Kapelle, so alte Überlieferungen, soll Jesu Leichnam nach der Hinrichtung in eine Höhle gelegt worden sein.
Nur: Welchen wissenschaftlichen Wert haben schon Überlieferungen in einer Stadt, die immer wieder zerstört und neu aufgebaut wurde, in der Schutt aus Jahrtausenden so vieles unter sich begraben hat?
Moropoulou und ihr Team begannen im Frühjahr 2016 mit den Bauarbeiten. Doch sie restaurierten nicht nur sorgfältig Stein um Stein, sie setzten auch alle Hightech-Geräte ein, die Archäologen heute zur Verfügung stehen: Laserscanner, Georadar, ferngesteuerte Kameras. Es war eine Operation, die über den Auftrag, die Kapelle zu restaurieren, weit hinausging. Aber wann hat man schon mal die Gelegenheit, ein Heiligtum auseinanderzunehmen und zu vermessen?
Schließlich stießen die Spezialisten zum Heiligtum vor, in einer seit Jahrhunderten verschlossenen Kammer. Die Pilger bekamen dort bloß eine Steinplatte zu sehen, die das angebliche Jesus-Grab verschloss. Moropoulou ließ das Ding mit aller Vorsicht abheben, drei christliche Kirchenführer überwachten die Arbeiten.
Darunter die Überraschung: eine weitere Platte. Die Experten der Professorin hatten keine Ahnung, aus welcher Zeit die stammen könnte – also auch zur Seite damit.
"Darunter kam Geröll zum Vorschein", erzählt Moropoulou. "Wir entfernten es und fanden nackten Fels, so gemeißelt, wie die Felsengräber zur Zeit von Jesus gemeißelt waren." Es sei ein "unglaubliches Gefühl" gewesen.
Wissenschaftlich interessant war vor allem der Mörtel, der die so lange versteckte zweite Platte gehalten hatte. Denn das Gemisch würde sich vielleicht datieren lassen. Das Team nahm eine Probe davon mit, für das Labor. Schließlich ergab die Analyse, dass diesen Mörtel ein Mensch angerührt hatte, der in der Mitte des vierten Jahrhunderts lebte.
Das sei ein Beleg dafür, dass das Grab echt ist, sagt Moropoulou heute. Denn im Jahr 326 hatte Konstantin, erster christlicher Kaiser des Römischen Reiches, Gesandte geschickt, um das Grab zu sichern. Und die wussten ziemlich sicher, wo sie suchen mussten.
Zwei Jahrhunderte vorher hatten Roms eigene Leute – noch unter heidnischer Regierung – versucht, die Pilgerstätte der ersten missliebigen Christen für immer verschwinden zu lassen: Sie überbauten den Hügel mit seinen Kavernen und Höhlen einfach mit einem Tempel samt Terrasse, den sie, ausgerechnet, der Liebesgöttin Venus widmeten.
Moropoulous Mörtel ist nur das jüngste Indiz in einem historischen Krimi von weltgeschichtlicher Bedeutung. In diesen Tagen zu Ostern pilgern wieder Zehntausende nach Jerusalem und in die Grabeskirche, das bedeutendste Heiligtum ihrer Religion. Es geht den Menschen um ein Gottesgefühl.
Den Wissenschaftlern hingegen geht es seit Jahrzehnten darum herauszufinden, was wirklich passierte in den letzten Tagen eines Predigers, Aufrührers, Revoluzzers, eines Menschen namens Jesus, der vermutlich am 7. April des Jahres 30 hingerichtet wurde.
Archäologen ziehen Schnitte durchs Gelände, viele Meter tief, um in frühere Jahrhunderte vorzustoßen. Kollegen graben Tunnel unter der Stadt und legen das Pflaster jener Straßen frei, auf denen die Menschen einst gingen. Andere haben legendäre Orte ausfindig gemacht, von denen niemand wusste, wo sie lagen – etwa den Schauplatz des Prozesses gegen diesen Jesus, zwischen zwei verschütteten Toren.
Forscher haben eine Spur jenes Mannes gefunden, der wohl genau dort dafür sorgte, dass dieser seltsame Aufwiegler beseitigt wurde. Sie haben auch den Fersenknochen eines Gekreuzigten samt rostigem Nagel entdeckt, die manche Zweifel beseitigten. Und auch vieles andere von dem, was aufgeklärten Westlern lange als frommes Märchen galt, hat sich inzwischen als zumindest plausibel herausgestellt. Oft kamen die Wissenschaftler durch Zufälle zu neuen Erkenntnissen – weil ein Hotel abgerissen wurde, weil Arbeiter ihren Spaten durch schieres Glück an den richtigen Stellen in die Erde stachen.
Es geht nicht darum, per Bodenradar einen Gott zu finden. Es geht darum, die Spur eines sterblichen Mannes aufzunehmen, dessen Geschichte die Welt bis heute stärker prägt als die der meisten anderen historischen Gestalten.
Millionen Menschen sind für den Glauben, der sich von Jesus herleitet, gestorben oder in seinem Namen umgebracht worden. Bis heute gründen viele moderne Staaten ihr Selbstverständnis auf eine christlich-abendländische Tradition. Es ist, zumindest für den Westen, also wohl die wichtigste Überlieferung von allen. Nur: Was passierte damals wirklich vor jenem Tag, der heute Ostern genannt wird?
Es sind extrem schwierige Untersuchungen. Die meisten historischen Zeugen stehen unter dem Verdacht, sie hätten mit ihren Aussagen ihren Glauben begründen wollen. Und auch viele der Wissenschaftler heute sind Christen. Trotzdem kann man ihre Argumente und Funde nicht einfach ignorieren.
Das Terrain ist zudem vermint, weil drei Weltreligionen wenige Quadratkilometer für sich beanspruchen und an den entscheidenden Ecken alles umstritten ist. Und weil zum Beispiel Israelis versuchen, mit Grabungen im Gestern ihre Politik von heute zu begründen. Und dann ist Jerusalem auch noch archäologisch und geologisch ein Albtraum, da jede historisch relevante Schicht unter anderen liegt, die auch wertvoll sind.

Der Weg ins Verderben

Der Blick vom Jerusalemer Ölberg geht über die biblische Landschaft, unter der Dunstglocke fließt der Jordan, dessen Tal mehr als tausend Meter tiefer als Jerusalem liegt. In einer alten Villa oben auf dem Berg arbeitet der Archäologe Dieter Vieweger, seit 2005 leitet er das Deutsche Evangelische Institut für Altertumswissenschaft des Heiligen Landes. An der Gartenmauer des Instituts zeigt Vieweger nach Nordosten und sagt: "Dort sind die Wege, die Jesus genommen hat, als er nach Jerusalem hinaufging" – als das Drama begann.
Vieweger ist einer der führenden Archäologen in Jerusalem, er arbeitet mit Radar und Robotern, aber er arbeitet auch für die Kirche. Natürlich glaubt er also daran, dass der Mann, den die Christen für den Auferstandenen halten, wirklich gelebt hat. Immerhin: Darin ist er sich mit fast allen Wissenschaftlern einig.
Ein britischer Theologe hat vergangenes Jahr zusammengetragen, was alles dafür spricht, dass Jesus existiert hat. Die ersten schriftlichen Quellen sind Briefe seines Anhängers Paulus – keine neutralen Berichte, aber der Apostel hatte alles aufgeschrieben bis spätestens 26 Jahre nach der Hinrichtung. Nah dran also, da lebten noch viele, die das Geschehen und die Orte gekannt haben müssen. Hätte Paulus die Gestalt frei erfunden, er wäre damit nicht weit gekommen.
Der erste nicht christliche Zeuge ist der jüdische Historiker Flavius Josephus, der im Jahr 93 diesen Jesus – "der Christus genannt wird", wie er distanziert schreibt – an zwei Stellen erwähnt. Und er nennt einen Bruder, den Jesus gehabt haben soll. Von diesem Jakobus ist auch im Neuen Testament die Rede.
20 Jahre später erwähnten schließlich die römischen Politiker Tacitus und Plinius den Namen Jesus, sie bestätigten zum Beispiel Zeitangaben der Evangelisten und handelnde Personen. Sie schrieben, dass der Aufrührer hingerichtet wurde, als Tiberius Kaiser war (14 bis 37) und ein Pontius Pilatus Präfekt von Judäa (26 bis 36). Das passt, dabei konnten die beiden Römer Christen nicht ausstehen.
Dieter Vieweger steht oben auf dem Ölberg und schaut hinüber ins Westjordanland. "Die galiläischen Pilger sind über Jericho nach Jerusalem gekommen", sagt der Archäologe. Wie Tausende andere Pilger sei der fromme Jude Jesus wahrscheinlich aus seiner Heimat Galiläa aufgebrochen, um in der Hauptstadt das Pessachfest zu feiern. Wo die alten Trampelpfade für Fußgänger und Lastentiere verliefen, "da fährt man heute über Landstraßen".
Jerusalem war damals eine von Feinden besetzte Stadt. Die Römer regierten den Landstrich mit harter Hand. Sie ließen den Anführern der Juden, den Tempelpriestern, allerdings weitgehende Autonomie in Fragen der Religion. Solange die mit ihnen kollaborierten, ging es der jüdischen Oberschicht gut. Die wirklichen Gegner der jüdischen Elite waren nicht die Römer, sondern Leute aus ihrem eigenen Volk.
"Es gab viel Kritik an der Art, wie die Priester-Aristokratie den jüdischen Glauben praktizierte", sagt der Jerusalemer Archäologe David Mevorah vom Israel-Museum, einer der besten Kenner der Jesus-Zeit. Die Herren des Tempels seien als korrupt beschimpft worden, "es lag etwas in der Luft".
Von Jesu Ankunft in Jerusalem bis zur Hinrichtung am Kreuz vergingen nur wenige Tage, ungefähr eine Woche. Was er wann genau an diesen Tagen tat, lässt sich nicht rekonstruieren – aber wo es passierte, das wissen Archäologen, die viele der biblischen Orte ausgegraben haben.
Man kann die riesigen Wasserbecken sehen, in denen sich die Pessachpilger reinigten. Die Stufen, auf denen Jesus zum Tempel hinaufgegangen sein dürfte, wo er dann gegen die Geldwechsler polemisierte, sind freigelegt. Der Felsen, auf dem er wohl gekreuzigt wurde, lässt sich mit archäologischer Genauigkeit lokalisieren.
Neben den Archäologen sind es vor allem Historiker, die mit ihren Methoden in die damalige Welt vordringen. Sie stützen sich auch auf die vier Evangelien. Die Erzählungen seien nicht nur das Ergebnis religiöser Fantasien, glauben die meisten Wissenschaftler – es kommt darauf an, brauchbare Schilderungen von religiösen Überhöhungen wie den Jesus-Wundern zu unterscheiden.
Aufgeschrieben wurden die Evangelien in der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts. Der US-Historiker Mark D. Smith, der für Ausgrabungen in Betsaida mitverantwortlich war, hält die Schriften des Matthäus, Markus, Lukas und Johannes für nützliche Quellen, wenn man sie vorsichtig anpackt und mit historischen und archäologischen Erkenntnissen abgleicht.
In seinem gerade erschienenen Buch "The Final Days of Jesus" ("Die letzten Tage Jesu") weist Smith darauf hin: "Geschrieben wurden sie, während noch Menschen am Leben waren, die bereits zur Zeit der Kreuzigung lebten." Im Vergleich zu den Beweismitteln, mit denen es Althistoriker meistens zu tun haben, seien die vier Texte noch nah am Geschehen und "frühe Quellen" aus der ersten Generation der Augenzeugen.
Auch der Deutsche Vieweger erkennt in den Schriften einen historischen Kern. "Die Geschichten haben ein Gerüst, das für die damaligen Zuhörer nachvollziehbar sein musste", sagt er. "Die Leute kannten ja die Orte, von denen in den Evangelien die Rede ist. Als ich in Jerusalem ankam, war ich sehr skeptisch und dachte, dass in dieser Stadt der vielen Geschichten fast nichts historisch stimmt", so Vieweger. "Heute weiß ich, dass es einige Orte gibt, die authentisch sind."

Ankunft in Jerusalem

Unter den vielen anderen Pilgern fiel Jesus wahrscheinlich schon dadurch auf, dass er der Anführer einer ganzen Gruppe war. Zwölf Anhänger nennen die Evangelien mit Namen, die Apostel. Allerdings variieren die Namen, was bleibt, ist die Zahl Zwölf. Sie ist eine alttestamentliche Zahl und entspricht den zwölf Stämmen Israels, das riecht nach frühchristlicher Propaganda.
Daheim im ländlichen Galiläa hatte sich Jesus einen Namen als Weisheitslehrer gemacht. Ob er Griechisch konnte, die Sprache der Gebildeten in der Stadt, ist nicht bekannt. Er sprach sicherlich Aramäisch, und sein aramäischer Name lautete Jeschua ben Josef – Jesus wurde er in den auf Griechisch geschriebenen Evangelien genannt.
Dieser Jeschua hatte sich in den zwei, drei Jahren vor seinem Tod laut Bibel auch einen Ruf als Heiler erworben. Deshalb war es durchaus möglich, dass viele Pilger ihn in Jerusalem freudig begrüßten, wie es in den Evangelien heißt. Alles nur Wunderkram, Hokuspokus?
Schon vor Jahrzehnten entdeckten Archäologen bei Grabungen unter der Ruine einer alten Kirche im Fischerort Kapernaum am See Genezareth etwas zumindest Merkwürdiges. Zum Vorschein kamen die Reste eines Gebäudes aus dem 1. Jahrhundert. Und es ließ sich anhand von Öllampen und eingeritzten Zeichen im Putz nachvollziehen, dass es wohl ein normales Wohnhaus gewesen sein dürfte – das jedoch nach Jesu Tod in kurzer Zeit zu einer Art Gedenkstätte umgewandelt wurde.
In der Bibel heißt es, Jesus habe in einem Haus in Kapernaum die Schwiegermutter seines künftigen Apostels Petrus geheilt, des Fischers. Und das Gerücht davon habe alle Kranken und Geplagten zu ihm getrieben.
Als Jesus dann nach Jerusalem zog, wo er sich mit der geistlichen und weltlichen Macht anlegte, folgten ihm neben Jüngern wie Petrus wohl auch Frauen. Eine davon wurde zu einer eigenen Legende, als engste Freundin des Predigers, wichtiger vielleicht als die Männer: Maria aus Magdala.
Maria hat eindrucksvolle Szenen in allen vier Evangelien. Gemeinsam mit anderen Frauen steht sie unter dem Kreuz. Sie ist angeblich dabei, als Jesus begraben wird. Sie erzählt den schockierten Männern zwei Tage später vom leeren Grab. Erst Jahrhunderte später erfand Papst Gregor der Große, ein grober Klotz, die Geschichte, Maria Magdalena sei die "namenlose Sünderin" der Bibel gewesen, später wurde sie deshalb zur Prostituierten gemacht. Natürlich hat der Papst gelogen, vielleicht, weil er der Überzeugung war, dass Frauen per se sündig seien und einen Mann brauchen, der sie rettet.
Lange war nicht einmal klar, ob es überhaupt den Ort Magdala gab. Mönche fanden in den Siebzigerjahren des 20. Jahrhunderts Reste davon, aber die eigentliche Entdeckung machten Experten der Israelischen Altertumsbehörde 2009: Damals sollte ein Kirchenmann am See Genezareth ein Heim für Pilger bauen lassen, er sammelte Geld, kaufte ein heruntergekommenes Hotel namens Hawaii Beach am See Genezareth. Bevor die Bagger das alte Ding abrissen, prüften die Beamten vorschriftsgemäß den Untergrund – und stießen nur einen halben Meter unter den Grashalmen auf einen einst reichen Ort: Magdala, die Heimat dieser Maria.
Und Archäologen fanden in den Jahren danach noch etwas dort: eine Synagoge – dabei hatten viele Skeptiker argumentiert, Jesus könne unmöglich in den Synagogen Galiläas gepredigt haben, weil es auf dem Land damals einfach keine gab. Doch in Magdala, am Ufer des Sees Genezareth, stand der Gegenbeweis.
Während Jesus in Jerusalem ankam, bereiteten sich wohl auch zwei mächtige Männer auf die Festtage vor: Pilatus und Kaiphas sind neben Jesus die entscheidenden Personen für den Urknall des Christentums. Pontius Pilatus, der römische Präfekt von Judäa, ist historisch vielfach verbürgt. Aber was ist mit Kaiphas, dem jüdischen Hohepriester? Er galt lange als der Bösewicht im Drama der letzten Tage.

Der Aufrührer

Während sich die Stadt im Zeichen des nahenden Pessachfests mit Pilgern füllte, tat Jesus das, was er am besten konnte: Er predigte, er pestete gegen die Obrigkeit, und er heilte, vor allem an den öffentlichen Bädern. Natürlich hatte er keine Wunderkräfte, aber womöglich arbeitete er mit Suggestion, wie es auch heute noch Wunderheiler durch ihr Charisma fertigbringen – zumindest für eine Weile.
Einer der Orte, an denen Jesus geheilt haben soll, ist der Betesda-Teich nördlich des Tempels. Die archäologischen Überreste wurden bereits im 19. Jahrhundert entdeckt. Das zweite Becken, den Siloah-Teich, fanden erst vor einigen Jahren städtische Bauarbeiter, die ein Abwasserrohr verlegen sollten.
Die noch nicht vollständig ausgegrabene Anlage von Siloah ist erheblich größer als ein übliches Schwimmbecken: 70 Meter lang und zwischen 40 und 60 Meter breit. Trotzdem war sie für Jahrhunderte verschwunden. Ihre Dimensionen lassen erahnen, welche Menschenmengen sich dort vor Pessach versammelten. Ein idealer Ort für einen Prediger. Auch für einen Aufrührer.
David Mevorah vom Jerusalemer Israel-Museum sagt: "Wenn zu einem der großen Festtage die Gläubigen nach Jerusalem strömten, fanden viele von ihnen ihren Schlafplatz außerhalb der Stadt in vorbereiteten Lagern." Auch drei solche Pilgercamps haben Archäologen ausfindig gemacht.

Der Tempel

Vom Siloah-Teich konnte man über zwei gepflasterte Straßen hinauf zum Großen Tempel gehen, dem Heiligtum der Juden. Heute führt der Aufstieg von Siloah durch einen arabischen Stadtteil. Die alten Straßen liegen verschüttet unter den Häusern in mehr als zehn Meter Tiefe. Durch Tunnelgrabungen haben die israelischen Archäologen sie zum Teil begehbar gemacht; die palästinensischen Bewohner wurden nicht um Erlaubnis gefragt.
Weitere Ausschachtungen werden von Wachleuten mit Maschinenpistole gesichert, niemand in Israel spricht gern öffentlich darüber. Es handle sich um eine "enorm wichtige, aber nicht reguläre und sehr politische Ausgrabung", sagt jemand, der mit den Arbeiten vertraut ist.
Die Pracht des Tempels muss die Menschen damals beim ersten Anblick wie eine Offenbarung getroffen haben. Mehr als 30 Meter hohe Stützmauern aus riesigen Kalksteinquadern. Goldene Fassaden, die den Glanz der Sonne spiegelten. Purer Prunk.
Der Tempel war laut Mevorah "der größte Sakralbau, der jemals in der römischen Welt gebaut wurde". Die Grundfläche ist dreimal so groß wie die des Petersdoms in Rom mitsamt seinen Vorplätzen.
Die Priesterschaft bildete die jüdische Elite, ihre Familien waren wohlhabend und einflussreich. Es war allerdings das Vorrecht der römischen Präfekte, die Hohepriester einzusetzen und abzuberufen.
Zwischen Pontius Pilatus und dem Hohepriester Kaiphas bestand anscheinend gutes Einvernehmen. Unter der römischen Besatzung genossen die Priester-Aristokraten weiterhin ihre Privilegien, sie lebten im Luxus. Das "Prächtige Palais", das gegenüber der Südwestecke des Tempelbergs ausgegraben wurde, wird von manchen für das Haus des Kaiphas gehalten – doch der Mann blieb lange ein Phantom, eine literarische Figur.
Vor einigen Jahren dann entdeckten Ausgräber im Süden Jerusalems eine längliche Kalksteinkiste – ein sogenanntes Ossuar. In Ossuaren wurden die Knochen Toter verwahrt, es gibt einige dieser Steinbehälter aus damaliger Zeit.
"Aber", sagt Mevorah und zeigt auf die fein gearbeiteten Blumenornamente, "das hier ist eines der schönsten Ossuare, die wir kennen." Und vor allem steht auf zwei Seiten der Kiste auf Aramäisch ein Name: Kaiphas.
Der Tempelkult in Jerusalem war mit hoher Wahrscheinlichkeit ein glänzendes Geschäft für Kaiphas und seine elitären Priester. Wenn der Provinzler Jesus zum Tempel hochstieg, muss er auf den sogenannten Hof der Heiden gekommen sein, wo das Geld verdient wurde. Händler boten dort in einer riesigen Halle Opfertiere an, die von Priestern zertifiziert waren und deshalb mehr kosteten als unten in der Stadt. Geldwechsler hielten spezielle Münzen bereit, mit denen die Tempelsteuer bezahlt werden musste – und sie kassierten acht Prozent Gebühren.
Laut Bibel packte Jesus angesichts dieser Abzockerei der Zorn. Bei Markus heißt es: "Die Tische der Geldwechsler und die Stände der Taubenhändler stieß er um ... Steht nicht geschrieben: ›Mein Haus wird ein Bethaus heißen für alle Völker‹? Ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht."
Sollte er das tatsächlich gesagt haben, hatte er nun die Priester gegen sich.

Der Prozess

Viele Schilderungen aus der Bibel passen zu den archäologischen Erkenntnissen. Aber natürlich findet sich ausgerechnet zu den Stellen, die von den Evangelisten mit religiöser Inbrunst aufgeschrieben wurden, gar nichts – keine historischen Indizien, keine archäologischen. Das Letzte Abendmahl ist so ein Fall.
Ein feierliches Essen, bei dem Jesus erzählte, Brot und Wein seien sein Fleisch und Blut? An so etwas muss man schon fest glauben. Das heutige Haus in der Jerusalemer Oberstadt, in dem sich der Saal des Letzten Abendmahls befinden soll, wurde erst zur Zeit der Kreuzritter über einem älteren Gedenkort errichtet. Nichts spricht dafür, dass es diese Veranstaltung, so wie überliefert, wirklich gab.
Ähnlich die Geschichte von Judas. Es gibt keine historischen Erkenntnisse, keinen Ort, nichts über den Mann, keine 30 Silberstücke irgendwo.
Vergleichsweise sauber nachgewiesen ist durch Tacitus und Flavius Josephus dagegen: Jesus wurde nach seinen Reden an den Becken und im Tempel festgenommen und Pontius Pilatus vorgeführt. Für dessen Urteilsspruch gibt es Belege bei beiden Historikern.
In den Evangelien heißt es, dass Jesus zuerst von Kaiphas oder anderen führenden Priestern verhört worden sei. Anschließend hätten ihn die jüdischen Anführer an die römische Staatsmacht überstellt. Das passt zu den realen Zuständigkeiten.
Das Verfahren war kurz, aber es folgte Regeln, und die Verantwortung lag am Ende dort, wo sie hingehörte: beim Präfekten. Der Hohepriester durfte Jesus anschwärzen, ein Urteil verlangen, aber er durfte nur dann ein Todesurteil fällen, wenn jemand seinen Tempel entweiht hatte. Das war jetzt nicht der Fall. Kaiphas musste deshalb Pilatus einschalten.
Meistens hielt sich der Präfekt von Judäa in der Hafenstadt Cäsarea auf. Aber Pessach war eine Zeit der Unruhe: Am Fest der ungesäuerten Brote feiern die Juden ihren Aufstand gegen Ägyptens Pharao. Pilatus musste jeden Aufruhr umgehend ersticken und begab sich deshalb üblicherweise nach Jerusalem. Als Amtssitz nutzte er dort den Palast des früheren Königs Herodes, nach dem Tempel das zweitgrößte Gebäude der Stadt.
Am Freitagmorgen dieser letzten Woche des Predigers Jesus soll dem Präfekten überraschend der Besuch des Hohepriesters gemeldet worden sein. Eine praktische Schwierigkeit aber muss es gegeben haben, das gilt Historikern als sicher: Der Hohepriester und seine Begleiter durften den Herodes-Palast nicht betreten. In den Räumen der Besatzungsmacht, die der Vielgötterei frönte, hätten sie sich religiös beschmutzt. Sie hätten dann ihre kultischen Aufgaben beim Fest nicht erfüllen können.
Aus diesem Dilemma müsse Kaiphas einen Ausweg gefunden haben, meint Smith, der US-Historiker. Er und der britische Archäologe Shimon Gibson argumentieren, dass es nur eine Lösung gegeben haben könne: Der Prozess müsse im "Verborgenen Tor" stattgefunden haben.
Reste davon findet man vor der westlichen Stadtbefestigung. Aus dem Gras treten wenige steinerne Überbleibsel einer früheren Anlage hervor. Laut Gibsons Rekonstruktion "führte das Tor direkt in den Privatbereich des herodianischen Palastes", es sei also kein öffentlicher Durchgang gewesen.
Bei Ausgrabungen hat sich zudem herausgestellt, dass es sich um ein Doppeltor handelte: Zwischen einer inneren und einer äußeren Mauer und ihren jeweiligen Durchgängen lag ein Hof, etwas größer als ein Tennisplatz.
Smith argumentiert in seinem neuen Buch, dieser Hof müsse der Ort gewesen sein, auf den sich Kaiphas und Pilatus einigen konnten. Stimmt das, dann befand sich Jesus innen im Gewahrsam der Römer, "während sich das hohepriesterliche Gefolge im Hof davor aufhielt". Pilatus sei bei Bedarf kurz aufgestanden, um im Hof mit Kaiphas zu reden. Im Johannesevangelium finden sich tatsächlich Hinweise auf ein seltsames Hin- und Hergehen des Präfekten.
Was aber wurde dem Angeklagten vorgeworfen? Auf einem Schild über seinem Kreuz stand laut Bibel: Iesus Nazarenus Rex Iudaeorum, lateinisch für Jesus von Nazareth, König der Juden. War dieser Landmensch aus Galiläa so leichtsinnig oder unbedarft, dass er sich selbst an einem der Wasserbecken, bei einer Rede oder beim Handauflegen als König bezeichnet hatte? Das wäre natürlich Aufruhr – praktisch also Selbstmord.
"Bist du der König der Juden?", soll Pilatus ihn gefragt haben. Jesus antwortete angeblich: "Du sagst es." Eine Bestätigung. Oder doch nicht? Sollte die Antwort bedeuten: Das sagst du, aber nicht ich?
Die Bibel wäre nicht die Bibel, wenn ihre Verfasser alles klar formuliert hätten. Viele Sätze und Vokabeln schwirren vor Ambivalenz. Das scheinbar einfache Wort "König" konnte damals einiges bedeuten, es ließ Raum zwischen weltlicher Macht und spiritueller Führung. Aber egal, das eine hätte die Römer provoziert, das andere Kaiphas.

Die Kreuzigung

Bespuckt, verhöhnt und gefoltert soll Jesus nach dem absolut üblichen römischen Urteil – Tod am Kreuz – den Weg nach Golgatha angetreten haben, wie der Hinrichtungshügel in der Bibel genannt wird. Den Mann erwartete ein qualvoller Tod. Weil Jerusalem so kurz vor dem Fest nicht durch eine Kreuzigung verunreinigt werden durfte, musste alles außerhalb der Stadt stattfinden, das gilt Historikern als sicher.
Aber wo lag Golgatha? Kaiser Konstantin hatte zwar dort, wo seine Leute Golgatha und die nur ungefähr 40 Meter entfernte Grabhöhle unter dem Heiligtum der Venus gefunden haben wollten, eine Kirche errichten lassen, die Grabeskirche.
Weil sie aber seit Jahrhunderten innerhalb der heutigen Stadtmauern liegt, kamen immer wieder Zweifel an der Authentizität des Ortes auf. Dabei ist die Sache einfach zu erklären: Im Lauf der Zeit hatte Jerusalem auf der Nordseite verschiedene Mauern. Zur Jesus-Zeit lag der Todeshügel sehr wohl vor der Stadt.
Der deutsche Archäologe Vieweger leitet derzeit in der nahe gelegenen Erlöserkirche die Untersuchungen an einem 14 Meter in den Boden reichenden Tiefenschnitt. Im grellen Licht der Arbeitslampen sieht man in die Schichten der Jahrtausende hinab.
Wo heute die beiden benachbarten Kirchen stehen, war bis zur Zeit um Jesu Geburt ein großer Steinbruch. "250 mal 150 Meter, bei mindestens 22 Meter Höhe", sagt Vieweger. Die Kalksteinquader für Tempel, Palast und auch für viele Privathäuser wurden dort herausgehauen.
Als der Abbau endete, schwemmten die winterlichen Regengüsse Erdreich in den Steinbruch. Es entstanden Gärten und Felder. Nur ein Felsen des alten Steinbruchs ragte über sie in die Höhe, wie Vieweger erklärt. "Er blieb unberührt stehen, weil dieser Felsen aus weicherem Gestein bestand, den man für die Bauten nicht verwenden konnte": Golgatha.
Jeschua ben Josef, der wenige Tage vorher vom Ufer des Sees Genezareth nach Jerusalem aufgebrochen war, wurde also auf dem unbrauchbaren Rest eines Steinbruchs gekreuzigt. Und weil der Stein weich war, eignete er sich auch für Grabhöhlen.

Der Tote

In den Evangelien ist es ein Josef von Arimathäa, ein Angehöriger der jüdischen Oberschicht, der sich um die Beerdigung von Jesus kümmert. Laut Bibel erhielt er von Pontius Pilatus die Erlaubnis, die Leiche zu bestatten. Er legte sie in eine freie Felshöhle, die er für sich und seine Familie vorgesehen hatte.
Diese Geschichte wollten Skeptiker lange auf keinen Fall glauben. Die Kreuzigung war die schändlichste Form der Hinrichtung nach römischem Recht. Sie sollte besonders abschreckend wirken. Oft wurde behauptet, man habe die Hingerichteten einfach am Marterholz verrotten lassen und nicht beerdigt.
Doch der Historiker Smith hat alte Quellen genauer ausgewertet. Dabei fiel ihm auf: Die Geschichten von den verrotteten Leichen beziehen sich vor allem auf die gekreuzigten Rebellen beim Spartacus-Aufstand. Zu Friedenszeiten – und im Jerusalem des Jahres 30 war Frieden – "gab es unter römischer Herrschaft keinen Fall, dass eine Leiche nach der Hinrichtung einfach dort blieb, wo sie war", sagt Smith.
Außerdem gab es schon vor Jahrzehnten einen bis heute einzigartigen Fund: das von einem Nagel durchbohrte Fersenbein eines gekreuzigten Mannes namens Jehohanan. Archäologen hatten es 1968 in einem Grab nördlich von Jerusalem entdeckt. Der Knochen stützt Smith' Theorie. Wurde Jesus also tatsächlich in der Grabkapelle über Golgatha abgelegt, wie die Professorin Moropoulou nach der Mörtelanalyse sagt?
Zum ersten Mal wurden die genauen Umrisse und Abbruchkanten des Felsens unter ihrer Führung vermessen. 60 Stunden stand das Grab selbst offen, dann waren dort die Restaurierungsarbeiten und Materialanalysen abgeschlossen. Moropoulou konnte es gründlich untersuchen, und sie sagt: "Ich bin überzeugt, Kaiser Konstantin hat das authentische Grab gefunden."
Der Deutsche Vieweger kann der Kollegin folgen – aber nur bis in den Fels im Gewölbe der Grabeskirche, nicht weiter. In dem Bau kennt er sich ebenfalls sehr gut aus. "Ich bin da nachts überall unten in den Fundamentkammern gewesen mit den Armeniern und Griechen", erzählt Vieweger. Er meint die armenischen und griechischen Geistlichen, die sich mit Vertretern von vier weiteren Glaubensrichtungen die Hoheit über die Kirche teilen. "Das verlangt viele Kannen Tee, die man vorher gemeinsam trinken muss", sagt er.
Bei der Errichtung der Grabeskirche hätten Konstantins Leute im Felsen fünf jüdische Gräber aus der Jesus-Zeit nahe beieinander gefunden. Sie sind alle noch erhalten. Vier davon sind Familiengruften mit mehreren Kammern, deshalb hätten die antiken Archäologen das einzige leere Einzelgrab mit einem Rollstein zur Jesus-Höhle erklärt.
Vieweger hält diesen Schluss nicht für zwingend. "Das richtige Grab kann auch unter den vier Familiengräbern sein", sagt er.
Vielleicht ist es jenes, das heute "Grab des Josef von Arimathäa" genannt wird. Der Weg dorthin führt durch die "Kapelle der Syrer", ein schmuddeliges Gewölbe: Der Altar ist halb zerstört, ein dunkles Gemälde kaum mehr erkennbar unter einer geborstenen Glasscheibe.
Einmal in der Woche, am Sonntag, feiert der syrisch-orthodoxe Metropolit hier einen Gottesdienst. Mehr erlauben ihm die Armenier nicht. Die beiden Glaubensrichtungen liegen seit Generationen im Streit und können sich nicht einigen, wer das düstere Loch renovieren darf.
Ein niedriger Durchgang unter dem Gemälde führt in die 2000 Jahre alte Grabhöhle mit zwei offenen Kammern. Nach einer nicht biblischen Überlieferung soll jener Mann, der sich angeblich um den Leichnam von Jesus gekümmert hatte, später hier bestattet worden sein.
Die meisten Pilger werden die schäbige Kapelle und die Grabhöhle wohl auch in diesen Ostertagen wieder mit keinem Blick würdigen, weil sie nichts von der Geschichte ahnen. Es kann sein, dass all diese Menschen zwar weit gereist sind, um den heiligsten Ort der Christenheit zu sehen – aber dann ein paar Meter an ihm vorbeigehen.
Twitter: @DiPiep

Über den Autor

Dietmar Pieper, 54, ist Autor im SPIEGEL-Auslandsressort. Für die Frage, welche historische Wahrheit hinter der Bibel steckt, interessiert er sich schon seit Langem. 2012 gab er zusammen mit einer Kollegin das SPIEGEL-Buch "Jesus von Nazareth und die Anfänge des Christentums" heraus. Bei der Recherche für die aktuelle Titelgeschichte hat er Jerusalem noch einmal von einer ganz anderen Seite kennengelernt.
Twitter: @DiPiep
Von Clemens Höges und Dietmar Pieper

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