14.04.2018

ForensikKnochen aus dem Krieg

•  Eine Schenkung an die Gedenkstätte Buchenwald hat eine aufwendige forensische Untersuchung nach sich gezogen – mit überraschendem Ergebnis. Dem Museum waren Knochen übergeben worden, die mit Schnitzereien versehen sind. Der Verdacht bestand, dass es sich dabei um die Überreste von KZ-Häftlingen handelte. Buchenwald war in der Zeit des Naziregimes eines der größten Konzentrationslager auf deutschem Boden. Zu den vielen Abscheulichkeiten des Lagers gehörte die Entweihung der Überreste von Gefangenen. Nun hat der irische Forensiker René Gapert die Knochen für die Gedenkstätte Buchenwald analysiert. Wie sich dabei herausstellte, stammen die vermeintlich menschlichen Gebeine von zwei Rindern. Überdies ergab die Untersuchung, dass die Schnitzereien höchstwahrscheinlich während des Ersten Weltkriegs von deutschen Soldaten angefertigt wurden, die in einem britischen Kriegsgefangenenlager interniert waren. Inzwischen wurden die verzierten Knochen in Gaperts Heimat an die Abteilung für Kunsthandwerk des irischen Nationalmuseums übergeben.
Von THA

DER SPIEGEL 16/2018
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