12.05.2018

LibanonDer lange Arm von Assad

•  Jamil al-Sayyed, 68, ist eine der düstersten Gestalten der jüngeren libanesischen Geschichte. Er war einst Geheimdienstchef des Landes und 2005 mutmaßlich am Mordanschlag auf den damaligen Premier Rafiq al-Hariri beteiligt. Das konnte ihm nie nachgewiesen werden, er saß trotzdem vier Jahre lang im Gefängnis. Nun ist er ins neue libanesische Parlament gewählt worden – auf einem Listenplatz der Hisbollah, der radikalen Schiiten-Truppe, die für Syriens Machthaber Baschar al-Assad im Nachbarland kämpft. Selbst die Hisbollah, so bestätigen mehrere Mitglieder, sei nicht glücklich über diesen Kandidaten gewesen. Dass Sayyed trotzdem ihre Unterstützung bekommen hat, sei nur der persönlichen Intervention Assads zu verdanken gewesen. Offensichtlich möchte Assad den Libanon wieder unter seine Kontrolle bringen. Dazu könnte Jamil al-Sayyed bald noch nützlicher werden: In absehbarer Zeit wird der heute 80-jährige Parlamentspräsident Nabih Berri zurücktreten oder sterben. Sein Nachfolger muss – nach dem Proporzsystem, das Posten nach Glaubenszugehörigkeit verteilt – Schiit sein. So wie Sayyed.
Von CRE

DER SPIEGEL 20/2018
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