19.05.2018

BriefeEin Riss durch die Welt

Nr. 20/2018  Wie Trump die Welt gefährlicher macht und die Europäer demütigt
"Auf die gegenwärtige US-Regierung ist kein Verlass mehr. Wenn die Stimme der Aufklärung und der Freiheit weiter Gewicht haben soll, ist eine starke und einige EU alternativlos."
Dr. Walter Dallacker, Wolfenbüttel (Niedersachsen)
Dem Stinkefinger Trumps muss die Winkehand Europas entgegengehalten werden. Europa verabschiedet sich vom "großen Bruder", wird selbstständig und endlich erwachsen. Ade, Amerika!
Harald Dupont, Ettringen (Rhld.-Pf.)
Am 12. Juni wird wohl erstmals ein Gipfeltreffen zwischen Donald Trump und Kim Jong Un in Singapur stattfinden. Allein deshalb wäre für mich folgendes Titelbild passender gewesen: nicht Mittelfinger von, sondern Daumen hoch für Trump.
Arnd Deterding, Hamburg
Der Riss verläuft nicht primär zwischen Europa und den USA, sondern quer durch fast alle Länder der westlichen Welt. Auch in Europa drücken diejenigen Trump die Daumen, die seine Rücksichtslosigkeit als Stärke preisen. Seine rigorosen Entscheidungen gegen alle Spielregeln sollen seine politischen Gegner bewusst brüskieren und schwächlich erscheinen lassen. Er baut dabei auf "lieb gewonnene" Abhängigkeiten und Verlustängste der Europäer. Nur wenn ihm Europa wirklich konsequent den Rücken zuwendet und ihm dadurch von seiner Bedeutung nimmt, wird sein destruktives Handeln in den USA mittelfristig zum Scheitern (durch Isolation) führen.
Winfried Burger, Ebensfeld (Bayern)
Vielen Dank für den wichtigen Artikel. Trump und sein Umfeld agieren derzeit wie die Kriegsherren im europäischen Mittelalter. Staatenbündnisse und Interessenausgleiche zum Erhalt des Friedens sind für sie hinderlich, wenn es gilt, gute Gelegenheiten für Drohungen gleichgültig gegen wen durchzudrücken, um eigene Vorteile zu gewinnen. So kann man Geschichte auch "nutzen".
Dr. Lotte Herkommer, Ronnenberg (Nieders.)
Liebe SPIEGEL-Journalisten, aber auch alle anderen seriösen Kollegen der Zunft:
Bitte, bitte passen Sie Ihre Diktion nicht der platten Vorgabe an, die uns leider aus den USA entgegentwittert, und nennen Sie ein Abkommen weiterhin ein Abkommen und nicht einen Deal. So beginnt nämlich durch die Hintertür die schleichende Unterwerfung unter ein Weltbild, das in Ihren Artikeln zu Recht bloßgestellt wird!
Monika Braun, Köln
Europa macht in dieser Zeit einen wirklich rat- und zahnlosen Eindruck. Großbritannien steigt aus, und Deutschland schafft es nicht, seine im Prinzip vorhandenen Pferdestärken politisch auf die Straße zu bringen. Deutschland macht in alter Manier Politik mit dem erhobenen moralischen Zeigefinger, ist großartig im Beschreiben der vielen Probleme auf dieser Welt, hat aber selbst – außer der traditionellen Scheckbuchdiplomatie – keinen Beitrag zur Lösung. Immer, wenn es in der Weltpolitik eng wird, erwartet man vom transatlantischen Partner eine Reaktion, auch militärischer Art, um sie dann, wenn sie erfolgt ist, wieder vehement zu kritisieren. So kann das Verhältnis zwischen Europa und den USA nicht mehr funktionieren.
Dr. Hubert Hofmann, Immenstaad (Bad.-Württ.)
Cool down, Spiegel! Trump führt doch nur sein angekündigtes Programm aus; Kündigung des Pariser Klimaschutzabkommens, Kündigung des TTP, Immigrationseinschränkung, Erhebung von Importzöllen, Ausstieg aus dem Atomabkommen mit Iran, US-Botschaft in Jerusalem. Die USA befinden sich jetzt auf Kollisionskurs mit Europa. Kim Jong Un hat uns gezeigt, wie man auf Trump reagieren soll, Paroli bieten und aus einer Position der Stärke Trump zu einem Treffen einladen. Und das scheint zu funktionieren. Wie reagieren unsere wichtigsten europäischen Regierungschefs? Sie fliegen nach Washington; Macron spielt dort den Clown, und Merkel macht die Raute. Na dann gute Nacht, Europa.
Marcel Louis Bégoc, Ettlingen (Bad.-Württ.)
Könnte es sein, dass Trump mit dem Ausstieg aus dem Iran-Abkommen Herrn Netanyahu einen Gefallen tun wollte, zu dem ja über Familie Kushner Beziehungen bestehen, genau wie mit der Aufwertung Jerusalems? Zumal das zu seiner Zwangsstörung passt, alles, was Obama an Positivem hinterlassen hat, zu zerstören.
Joachim Mandrysch, Bensheim (Hessen)
Trump ist nur auf Zerstörung ausgerichtet, auf Unterwerfung. Und Europa starrt auf die rücksichtslosen Alleingänge und hofft, mit Gesprächen eine Umkehr zu erreichen. Wollen die Politiker nicht sehen, dass der beratungsresistente Herr daran gar nicht interessiert ist? Entwickelt endlich selbst Pläne, um mit einer eigenen selbstständigen, vor allem geschlossenen Politik dagegenzuwirken. Europa, werde erwachsen!
Mertje Petersen, Minden (NRW)

DER SPIEGEL 21/2018
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