02.06.2018

KartelleStahlkochern droht 500-Millionen-Strafe

Die Branche soll sich jahrzehntelang über Preise abgestimmt haben – nun müssen die Unternehmen zahlen.
•  Das Kartellverfahren gegen deutsche Stahlhersteller und ihren Dachverband, die Wirtschaftsvereinigung Stahl, geht in die entscheidende Phase. Dabei zeichnen sich Bußgelder für die Branche in einer Gesamthöhe zwischen 300 und 500 Millionen Euro ab. Mit einem Teil der rund ein Dutzend beschuldigten Stahlkocher führt das Bundeskartellamt derzeit sogenannte Settlement-Gespräche. Bei diesen Verhandlungen geht es darum, Einigungen über die Höhe des verhängten Bußgeldes mit dem jeweiligen Unternehmen zu erreichen. Auf diese Weise sollen langwierige Gerichtsverfahren vermieden werden. Wie viele Firmen sich letztlich auf einen solchen Deal mit den Wettbewerbshütern einlassen, ist offen. Das Kartellamt beschuldigt rund ein Dutzend Konzerne, sich jahrzehntelang auf Kosten der Verbraucher über wesentliche Bestandteile des Stahlpreises wie Schrott und teure Legierungen abgesprochen zu haben. Für diese wettbewerbswidrigen Absprachen sollen sie Treffen und verschwiegene Arbeitskreise ihres Branchenverbands genutzt haben.
Bei den verdächtigten Stahlkochern handelt es sich um Branchengrößen wie ArcelorMittal sowie kleinere und mittelgroße Hütten aus Deutschland. Aber auch Autofirmen wie VW, Daimler, BMW und Zulieferer wie Bosch sollen in die einträglichen Machenschaften involviert gewesen sein. Gegen sie wird in einem gesonderten Verfahren ermittelt. Keines der beteiligten Unternehmen wollte sich auf Anfrage des SPIEGEL zu den laufenden Ermittlungen äußern.
Von FDO

DER SPIEGEL 23/2018
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