09.06.2018

PersonalienBedeutungsblasen

•  Wäre das Internet ein Königreich, es wäre unstrittig, wer es regieren würde: Kanye West, 41, und seine Frau Kim Kardashian, 37, sind die unangefochtenen Bild-, Text- und Schnipselproduzenten unserer Gegenwart, was die vergangenen Wochen wieder einmal beweisen. Nachdem West, der eigentlich Rapper ist, Donald Trump auf Twitter lobte, seine Liebe zu ihm beteuerte und sowohl sich als auch ihm "Drachenenergie" attestierte, traf wenig später Kardashian, die eigentlich Reality-Fernsehstar ist, Donald Trump im Weißen Haus. Währenddessen sorgte West sogar bei seinen Fans für Fassungslosigkeit, weil er in einem völlig verstörenden Interview die "400 Jahre andauernde Sklaverei" als "freie Entscheidung" der Schwarzen bezeichnete. Große Verwunderung. Nur um wenig später, am vergangenen Freitag, sein neues Album "Ye" zu lancieren, auf dem er wiederum die Reaktionen auf diese Äußerungen verarbeitete: Er erzählt, wie seine Frau ihn angeschrien, ihm vorgeworfen habe, dass sie jetzt alles verlieren würden, und Kanye sie trösten musste. Drei Tage später ging Kardashian vor die Kameras und beichtete, dass die "Sklaverei ist eine freie Entscheidung"-Aussage sie zum Weinen gebracht habe. Aber das sei eben nun mal Kanye, die Menschen würden ihn einfach nicht verstehen, sie aber sehe sein Herz. König und Königin, sie produzieren sich selbst, und das Volk sieht zu.
Von XVC

DER SPIEGEL 24/2018
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