21.07.2018

FachkräftemangelZuwanderung erleichtern

Arbeitgeber wollen Einreise auch ohne konkretes Arbeitsplatzangebot.
•  In der Debatte um Flüchtlinge und Einwanderung fordern die Arbeitgeber, die Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte deutlich zu erleichtern. Der "Sieben-Punkte-Plan" der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) ist auch ein politisches Signal zum geplanten Fachkräftezuwanderungsgesetz, das die Bundesregierung im Herbst vorlegen will. "Das bestehende Zuwanderungsrecht muss besser strukturiert, transparenter, deutlich einfacher und punktuell ergänzt werden", heißt es in dem Papier. Ein Punktesystem für die Einwanderung, wie es etwa Kanada hat, lehnt die BDA ab. Stattdessen fordert sie etwa eine drastische Vereinfachung der Bürokratie. Derzeit erteilten 600 Ausländerbehörden Aufenthaltstitel an ausländische Fachkräfte. Um Entscheidungen zu beschleunigen, sei es notwendig, die Aufgaben der kommunalen Ausländerbehörden in "spezialisierten überregionalen Kompetenzzentren" zu bündeln. Generell sollten die Verfahren vereinfacht, vereinheitlicht und verbindlicher werden. Zugleich soll die Zuwanderung von Menschen mit Berufsqualifikation "deutlich erleichtert werden". Dazu solle auch die sogenannte Positivliste "abgeschafft, zumindest aber flexibilisiert" werden. Auf der Positivliste stehen Berufe, in denen Fachkräftemangel besteht. Bisher dürfen vor allem Fachkräfte aus diesen Mangelberufen bei einem Arbeitsangebot zuwandern. Die BDA will, dass "eine Einreise auch ohne konkretes Arbeitsplatzangebot möglich ist". Für qualifizierte Fachkräfte ohne akademische Ausbildung und Ausbildungssuchende solle es künftig eine "Aufenthaltserlaubnis zur Arbeitsplatzsuche" geben.
Von MAD

DER SPIEGEL 30/2018
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