17.11.2018

DieselfahrzeugeKonzerne wollen schnell nachrüsten

Daimler und VW wollen Einbau von Katalysatoren mit 3000 Euro pro Kunde finanzieren.
•  Die Autohersteller Volkswagen und Daimler wollen zügig ihren Kunden zu Stickoxidkatalysatoren für die Nachrüstung älterer Dieselfahrzeuge verhelfen. Der Daimler-Konzern hat Anbieter dieser Technik zu einem Treffen am 29. November eingeladen. »Wir möchten unseren Kunden so schnell wie möglich Transparenz darüber verschaffen, welche Hardware-Lösungen Drittanbieter anbieten werden«, heißt es in dem Schreiben an die Zulieferbetriebe, das dem SPIEGEL und dem Rechercheteam des Bayerischen Rundfunks vorliegt. Das Stuttgarter Unternehmen will den Zulieferern alle »Informationen zur Verfügung« stellen, die für die Entwicklung geeigneter Anlagen notwendig sind. Intern hat Daimler-Chef Dieter Zetsche seinen Ingenieuren beschieden: »Ich will die Sache vom Tisch haben.« Dem Bundesverkehrsministerium hat der Konzern mitgeteilt, dass etwa die Hälfte aller Mercedes-Modelle mit der Schadstoffnorm Euro 5 für eine Ausstattung mit einem SCR-Katalysator infrage komme. Eine ähnliche Größenordnung meldet Volkswagen. VW soll mit mindestens zwei Anbietern im Kontakt stehen. Die Wolfsburger erhoffen sich bald Klarheit über die technischen Anforderungen, die das Verkehrsministerium an die Nachrüstsätze stellen will. Über Details einer entsprechenden Richtlinie sprachen Beamte von Minister Andreas Scheuer (CSU) an diesem Donnerstag mit Experten des TÜV Nord und Nachrüstanbietern. Die Konzerne wollen die Umrüstung pro Kunde mit 3000 Euro finanzieren.
Scheuer hatte allerdings in der vergangenen Woche nach einem Spitzentreffen mit Vertretern der Autokonzerne weiter große Zweifel an Hardware-Lösungen aufkommen lassen. Er gab an, frühestens 2020 könnten erste Nachrüstsätze eingebaut werden. Das wäre allerdings für Autofahrer in jenen Städten zu spät, in denen schon im kommenden Jahr Fahrverbote für Diesel-Pkw mit Euro 5 eingeführt werden sollen – etwa in Frankfurt, Essen oder Stuttgart.
Von GT

DER SPIEGEL 47/2018
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