24.04.2000

EUROPAAtomares Chaos

In den nuklearen Forschungszentren der EU herrscht Durcheinander. Die Entsorgung strahlender Altlasten in der italienischen Forschungsanlage Ispra, im belgischen Geel und in Karlsruhe ist bislang über den EU-Haushalt nicht gesichert. In einer seit 1998 geheim gehaltenen Studie der internen EU-Finanzkontrolle werden schwere Vorwürfe gegen das Management der Forschungszentren erhoben: Ausschreibungsbetrügereien, Vetternwirtschaft, aber auch bedenkliche Sicherheitsmängel. Nach einem Bericht der EU-Kommission wird in Ispra teilweise seit den sechziger Jahren Strahlenmüll ungenügend gesichert in Schächten und Gräben gelagert. Zu dem Nuklearabfall zählen unter anderem Brennelemente, hoch aktive Flüssigkeiten und 6000 Fässer mit schwach aktiven Rückständen. Die Materialien sind nicht einmal richtig klassifiziert. Das Europäische Parlament muss nun über ein Finanz- und Entsorgungskonzept beraten, das schätzungsweise 450 Millionen Euro kostet.

DER SPIEGEL 17/2000
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