24.04.2000

MODENDie Wahrheit über die Pilzkopf-Frisur

Anfang der sechziger Jahre war der Kamm das wichtigste Utensil des jungen Mannes; er ragte aus der Lederjacke wie heute das Handy und wurde ebenso oft gebraucht. Ob vor oder nach oder während einer Prügelei - Hauptsache, die Elvis-Tolle blieb rund. Der Fotograf Jürgen Vollmer hat in seinem Band "Rockers" (Edition Oehrli, Zürich) die Stimmung der so genannten Halbstarken in Paris, Berlin und Hamburg festgehalten - und erzählt beiläufig von seiner Begegnung mit ein paar Liverpooler Jungs, die 1960 im Hamburger Rockclub "Kaiserkeller" auftraten. Da Vollmer damals nicht zu den Rockern gehörte, sondern zu den so genannten Exis, trug er seine Haare über die Stirn gekämmt. Man kam ins Gespräch, traf sich in Paris wieder. Dort baten die Liverpooler den Hamburger, ihnen die Haare zu schneiden, sie wollten aussehen wie er. So wurde Jürgen Vollmer ganz nebenbei zum Erfinder der Pilzkopf-Frisur, ohne die man sich die Beatles heute nicht denken kann. Wer's nicht glaubt, sei an ein wenig bekannt gewordenes Wort Paul McCartneys erinnert: "Der Beatles-Haarschnitt", erzählte er 1988, "war in Wahrheit ein Jürgen-Haarschnitt."

DER SPIEGEL 17/2000
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Die Wahrheit über die Pilzkopf-Frisur