24.04.2000

VIDEOKUNSTBlick auf den Hintern

Videokünstlerin Pipilotti Rist irritiert die New Yorker. Auf dem Panasonic-Großbildschirm am Times Square sind in stündlicher Folge einminütige Videos der Schweizerin zu sehen, in denen Rist, 37, mit ihrem Kopf gegen eine Glasscheibe stößt und sich die Nase platt drückt, als wollte sie aus dem 80-Quadratmeter-Screen springen. "Demented" - verrückt, so die Reaktionen von Passanten. Einen tieferen Einblick in Rists Schaffen können sich die New Yorker derzeit in der Galerie Luhring Augustine verschaffen. Dort ist ihre Installation "Closet Circuit" zu sehen: Eine in die Schüssel des Galerie-WCs eingebaute Kamera überträgt Bilder vom Toilettengang auf einen Bildschirm. "Dem Hintern ist man so nah, und doch kann man ihn ein Leben lang nicht sehen", kommentiert die Künstlerin. Sie habe sich mit der Installation einen lang gehegten Wunsch erfüllt. Offenbar nicht bloß sich selber: Etliche Kunstfreunde standen schon bei der Vernissage vor der Toilette Schlange.

DER SPIEGEL 17/2000
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 17/2000
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

VIDEOKUNST:
Blick auf den Hintern

  • Senioren in der JVA Waldheim: Gebrechliche Gangster
  • Real präsentiert Mendy aus Lyon: Franzose sorgt für Lacher bei der Vorstellung
  • Geflüchtete in der Ausbildung: Mohammad soll bleiben - in Deutschland, im Betrieb
  • Vom Winde verweht: Sturm deckt Haus ab