24.04.2000

MUSEENMillennium-Schiffbruch

Nun ist der Macher kleinlaut. "Wir haben es versucht", sagt Walter Smerling, geschäftsführender Vorstand der Bonner "Stiftung für Kunst und Kultur e. V.", "wir sind dabei hingefallen und versuchen, wieder aufzustehen." Unsanft gelandet sind der Honoratiorenclub und das Kunstmuseum der Stadt bei einem vermeintlich zukunftsträchtigen "Public-private"-Gemeinschaftsunternehmen: bei der Millennium-Schau "Zeitwenden" (SPIEGEL 48/1999). Bislang, in viereinhalb von sechs Ausstellungsmonaten, zog das bunte Panorama aktueller Kunst nur die Hälfte der erwarteten Zuschauermassen an, im Budget tut sich daher eine Lücke von vermutlich 1,8 Millionen Mark auf. Formal trägt die Stiftung das finanzielle Risiko für diesen "Schiffbruch" (so Museumsdirektor Dieter Ronte). Welche Rettung sie nun "unter Hochdruck" ausheckt, sagt Smerling noch nicht. Die Stadt Bonn jedoch will, um sich nicht völlig aus der Verantwortung zu stehlen, ungeniert ans Tafelsilber - Ronte muss eine Liste verkäuflicher Werke aus dem Kunstmuseum erstellen. Das kann nicht gut gehen: Mit Überzähligem ist schwerlich Geld zu machen, also wird die bankrotte Kulturpolitik schmerzhafte Lücken in die Bestände reißen müssen.

DER SPIEGEL 17/2000
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MUSEEN:
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