24.04.2000

Rupert Scholz

Rupert Scholz, 62, CDU-Abgeordneter im Bundestag, inspirierte unfreiwillig Kunst. Der Ex-Verteidigungsminister hatte sich in der Bundestagsdebatte gegen die Aufnahme des Tierschutzes ins Grundgesetz als Staatsziel ausgesprochen, trotz tödlicher Tierversuche in der Wissenschaft. Denn: "Wo gibt es denn ein so ausgeprägtes, rechtlich gebundenes, dem Tierschutz verpflichtetes Ethos der Forschung wie in Deutschland?" Angeregt durch die Rede des Verfassungsrechtlers und passend zum Karfreitag entwarf die Berliner Design-Künstlerin Heidrun Schmitt ein Plakat, das unter dem Motto des jüngsten CDU-Parteitages "Zur Sache" ein an Laborgläsern gekreuzigtes Spielzeugkätzchen zeigt. Unterzeile: "CDU - Wir haben die besseren Staatsziele". "Eine lebendige Kreatur ans Kreuz zu hängen und auf die zigtausend Forschungstiere hinzuweisen", so die Malerin, habe sie "nicht übers Herz gebracht" - schließlich arbeite sie nicht für Benetton. Scholz wird jedenfalls demnächst das Poster in der Abgeordnetenpost mit der Bitte um persönliche Signatur finden. Der Verkaufserlös werde einem Berliner Tierheim gespendet, so Heidrun Schmitt, "falls sich der schneidige Rupert zu unterschreiben traut".

DER SPIEGEL 17/2000
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