24.04.2000

Jürgen Schneider

Jürgen Schneider, 65, Milliarden-Pleitier, ist seit Donnerstag vergangener Woche nun auch als Allegorie auf den Teufel zu besichtigen. Für Auerbachs Keller zu Leipzig fertigte Historienmaler Volker Pohlenz ein Wandbild, auf dem Schneider als Mephisto verkleidet zu sehen ist. Wirt Ulrich Reinhardt dankt mit diesem Werk dem Baulöwen, der mit Kauf und Sanierung - und trotz monatelanger Schließung infolge der Pleite - die traditionsreiche Gaststätte in gewisser Weise gerettet hat. Mephisto Schneider, in rotem Gewand und mit kleinen Hörnern auf dem Kopf, bewirbt sich auf dem Bild um die vakante Stelle als Hofnarr. In Goethes "Faust" Teil I gibt sich Mephisto zu erkennen als "ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft". Schneider, der Handwerker und Banken um zwei Milliarden Mark schädigte, hatte in Leipzig alte Edelimmobilien aufgekauft und mit Unsummen bis zu seiner Pleite vor sechs Jahren saniert. Hier gilt Schneider als Held.

DER SPIEGEL 17/2000
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