08.05.2000

STAATSFIRMENBankchef a. D.

Alfred Lehner (SPD), Chef der Bayerischen Landesbank, muss abtreten. Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber hat dem umstrittenen Banker, nach Rücksprache mit einflussreichen Verwaltungsräten der Bank, ausrichten lassen, dass seine Dienste nicht mehr benötigt werden - obwohl Lehners Vertrag eigentlich noch über ein Jahr läuft. Das bestätigten hochrangige Landesbanker sowie bayerische Politiker gegenüber dem SPIEGEL. Der Bankchef war in die Kritik geraten, nachdem bekannt wurde, dass sein Institut in Singapur Ende 1997 insgesamt 1,3 Milliarden Mark verloren hatte. Die ungesicherten Kredite fielen in seinen Verantwortungsbereich. Damals war er im Vorstand der Bank für das Asien-Geschäft zuständig. Lehner hatte die Verantwortung stets auf "kriminelle Machenschaften" der inzwischen gefeuerten Niederlassungsleiter in Singapur geschoben - aber nie Strafanzeige gegen sie gestellt. Bereits Ende 1999 hatte ihm Stoiber eine Rücktrittserklärung vorlegen lassen. Lehner hatte sich damals jedoch geweigert zu unterschreiben. Nun soll Mitte des Jahres der bisherige Chef der Bayerischen Landeszentralbank, Franz-Christoph Zeitler (CSU), an die Spitze der Bayerischen Landesbank rücken.

DER SPIEGEL 19/2000
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