15.05.2000

JUGENDSTILSchlaflos nach Braunlage

Lang ist es her, dass die Kur ein gesellschaftliches Ereignis war und die Klinik ein "Reconvaleszentenheim der besseren Stände"; nun haben sogar Kassenpatienten Zutritt. Doch die noble Pracht einstiger Zauberberge, so zeigt sich, ist jedenfalls an einem Ort erstaunlich wohl bewahrt: 100 Jahre nach seiner Gründung öffnet sich das Sanatorium Dr. Barner im Harzstädtchen Braunlage als ein denkmalgeschütztes Gesamtkunstwerk dem Publikum. Bis zum 5. November dürfen Besucher da ein geschlossenes Ambiente des späten Jugendstils mit getäfelten, dekorativ tapezierten, edel möblierten Salons und Speisesälen durchstreifen, während in Kranken- und Sprechzimmern Kreislaufleiden oder Depressionen behandelt werden. Entwurfszeichnungen und ein Möbeldepot geben zusätzliche Einblicke in die Produktion des Hausarchitekten und -designers Albin Müller. Den hatten Schlaflosigkeit und Magenbeschwerden 1904 nach Braunlage getrieben; Sanatoriumsgründer Friedrich Barner schloss Freundschaft mit dem späteren Star der Darmstädter Mathildenhöhe und überhäufte ihn ein Jahrzehnt lang mit Aufträgen.

DER SPIEGEL 20/2000
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 20/2000
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

JUGENDSTIL:
Schlaflos nach Braunlage

  • Die Ü50-Mütter: Schwangerschaft statt Menopause
  • Filmstarts: Im Auftrag der Gerechtigkeit
  • Emotionaler Moment im EU-Parlament: Abgeordneter spielt "Ode an die Freude"
  • Seltene Ultraschallaufnahmen: Zwillinge "boxen" im Mutterleib