17.07.2000

WOHNUNGENGroßflächiger Abriss

Das Überangebot an Wohnungen in Ostdeutschland hat dramatische Ausmaße angenommen. Zwischen Rostock und Zittau müssen laut einer für die Bundesregierung erstellten vertraulichen Studie in den nächsten 30 Jahren eine Million Wohnungen abgerissen werden. Das in der Geschichte der Bundesrepublik wohl einmalige Wohnungsabbauprogramm könnte nach Berechnungen von Experten bis zu 15 Milliarden Mark kosten.
Den großflächigen Abriss sollten, empfiehlt das Berliner Wirtschaftsforschungsinstitut Empirica der Bundesregierung, weitgehend die kommunalen Wohnungsunternehmen in Ostdeutschland aus eigener Kraft finanzieren - durch den Verkauf ihrer vermieteten Immobilien.
Für kleinere städtische Wohnungsgesellschaften würde das indes den Ruin bedeuten. Schon heute können sie den Leerstand in der Platte kaum noch finanzieren. Im ostsächsischen Weißwasser etwa kosten 90 000 Quadratmeter leer stehender Wohnraum die städtische Wohnungsgesellschaft jährlich 15 Millionen Mark. Die Betriebskosten aller derzeit im Osten ungenutzten Wohnungen (etwa 60 Millionen Quadratmeter) schlagen jährlich mit rund 2,4 Milliarden Mark zu Buche.

DER SPIEGEL 29/2000
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