17.07.2000

BAYERISCHE LANDESBANKKonsequenzen gefordert

Bayerns Finanzminister Kurt Faltlhauser drängt den Vorstandsvorsitzenden der Bayerischen Landesbank, Alfred Lehner, offenbar zum Rücktritt. Lehner wird für den Verlust von 778 Millionen Mark verantwortlich gemacht, der in den Jahren 1997/98 bei der Landesbankfiliale in Singapur durch leichtsinnige Kreditgeschäfte aufgelaufen war. In dieser Zeit war Lehner für das Asiengeschäft zuständig. Anlass für den verstärkten Druck des Finanzministers ist ein Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG im Auftrag Faltlhausers. Die Prüfer sind auf etliche eklatante, von Lehner zu verantwortende Fehler gestoßen. So gab es keinen direkten Berichtsweg zwischen Singapur und der Zentrale; die Bonität der Kunden wurde nur schlampig geprüft; es fehlte eine zeitnahe Übersicht über die sich anhäufenden Risiken. "Mehr als scharf", so ein Insider, greift KPMG die interne Revision der Landesbank an, für die Lehner noch verantwortlich ist. Diese Woche tagt der Kreditausschuss der Landesbank. Faltlhauser will von Lehner wissen, welche "personellen Maßnahmen" er für erforderlich hält.

DER SPIEGEL 29/2000
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BAYERISCHE LANDESBANK:
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