07.08.2000

7. August 2000 Betr.: Hongkong

Der Multimilliardär Li Ka-shing, 72, gerade vom Magazin "Asiaweek" zum mächtigsten Mann Asiens gewählt, scheut die Öffentlichkeit: Er gilt als einer der am besten abgeschirmten Wirtschaftsführer der Welt und hat im letzten Jahrzehnt nicht mehr als eine Hand voll Journalisten zu Einzelgesprächen empfangen. Für SPIEGEL-Autor Erich Follath, 51, machte der Tycoon jetzt eine Ausnahme. Dem traditionsbewussten Chinesen imponierte besonders, dass Follath auch den Wurzeln der Li-Familie in dem südchinesischen Provinzort Chaozhou nachgereist war. Selbst die sonst allgegenwärtigen Leibwächter mussten draußen bleiben, als Li dem SPIEGEL-Mann in Hongkong seinen Aufstieg vom Plastikblumenverkäufer nachzeichnete und seine heutige Business-Strategie erläuterte ("Deutschland mit seinen UMTS-Lizenzen ist für uns von zentraler Bedeutung"). Li, der große Teile seines Vermögens für karitative Zwecke ausgibt, offenbarte zugleich Sorgen über seinen fast schon genauso erfolgreichen Sohn und Konkurrenten Richard: "Es geht nicht nur um immer neue Milliarden - man muss auch was Sinnvolles mit seinen Profiten tun" (Seite 74).

DER SPIEGEL 32/2000
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