07.08.2000

LIECHTENSTEINDrogen-Geld auf der Fürstenbank?

Die Justiz in Liechtenstein geht dem Verdacht nach, dass auf der zur Fürstenfamilie gehörenden Bank Liechtenstein Global Trust (LGT) Gelder der kolumbianischen Mafia lagern. Im Zuge der durch einen Bericht des Bundesnachrichtendienstes (BND) ausgelösten Ermittlungen des eigens eingesetzten Sonderstaatsanwalts Kurt Spitzer aus Österreich sollen die Fahnder auf einen Betrag von mehr als hundert Millionen US-Dollar gestoßen sein, der offenbar über einen Anwalt aus der Heroin-Metropole Medellín zur LGT Bank in Vaduz gelangte. Mit Hilfe von Rechtshilfeersuchen soll jetzt die genaue Herkunft des Geldes geklärt werden. Der BND hatte bereits in seinem Dossier behauptet, dass kolumbianische Drogengelder in Liechtenstein gewaschen würden.
Die liechtensteinischen Behörden haben mittlerweile auch die Bundesregierung über den Fall informiert - er gilt als besonders brisant, da die LGT im Alleineigentum der fürstlichen Familienstiftung steht. Verwaltungsratspräsident ist Prinz Philipp, der Bruder des Fürsten Hans-Adam II. Die Liechtensteiner Bank verweigerte gegenüber dem SPIEGEL unter Verweis auf das Bankgeheimnis jede Stellungnahme. Zu "laufenden Untersuchungen" könne man zudem "keine Aussagen" machen.

DER SPIEGEL 32/2000
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